Full text: Lexikon der Handelsgeographie

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Ride 
Kanton Wallis und fällt, ein großes Delta 
bildend, unterhalb Arles in mehreren Ar 
men ins Mittelmeer. Die Schiffahrt auf 
dem N.ist auch mit Dampfschiffen sehr ge 
fährlich, da der Fluß einen sehr reißenden 
Lauf hat, auch sein Bett oft verändert 
und die Mündungen sehr versandet sind. 
Indessen sind in neuester Zeit die Felsen, 
über die und zwischen denen der Fluß hin 
durchstürzt, größtenteils gesprengt, die 
versandeten Mündungen durch den Kanal 
von Beaucaire umgangen und so der ganze 
Stromlauf vom Mal pertniö an bis ins 
Mittelmeer für Segel- und Dampfschiffe 
fahrbar gemacht worden. Mit dem Rhein 
ist der R. durch den R.-Rheinkanal 
verbunden. Derselbe ist 322 km lang 
und 1,6 m tief, hat auf der Abdachung 
nach dem R. zu bei einem Gefälle von 
172 m 70 Schleusen, auf der Rheiuseite 
bei 206 m Gefälle 85 Schleusen und trägt 
Schiffe bis 140 Ton. Ladung (meist Bau- 
und Brennholz). Er beginnt in Frank 
reich bei St. Jean de Loöne an der Saône 
und führt über Mülhausen und Neu 
breisach bei Straßburg in die III. Unter- 
halb Mülhausen trennt sich ein Seiten 
kanal und mündet nach 28 km lan 
gem Lauf bei Hüningen in den Rhein. 
Andre Kanäle sind: der ArleSkanal 
auf der Ostseite des östlichen Mündungs 
arms, welcher in den Hafen von Bouc 
führt; der Be au ca ire kan al, welcher 
auf der Westseite des westlichen Mündungs 
arms mit dein Bourgidoukanal und 
dem Etang kan al, durch diesen mit dem 
Languedockanal (Eanal bii Midi) 
und durch diesen mit der Garonne in Ver 
bindung steht. Durch den Kanal von 
Burgund ist die Seine, durch den Ca- 
n a l d u E e n t r c die Loire mit dein Rhöne- 
gebiet in Verbindung gesetzt. 
Ribe, Hauptstadt bcë gleichnamigen 
dän. Amtes in Südjütland, 3 km von der 
Nordsee, an der Dänisch-Jütländischeu 
Bahn; (i860) 3932 Einw. Deutsche Kon- 
sularagentur; Diskontobank. 
Richmond (spr. rittschmond), Hauptstadt 
des Nordamerika!!. Staats Virginia, am 
unken Ufer desJamesflusses, Knotenpunkt 
von snuf Eisenbahnen; (1880) 63,803 Einw. 
Deut,ches Konsulat für Virginia; Bank of 
— Riga. 
Virginia und andre Banken; Tabakbörse; 
Zollamt. — Unter den Industrien sind 
vor allen wichtig: die Tabakfabrikatiou 
(Kautabak), Eisenwerke, in welchen Ma 
schinen und Eisenbahiuvagen gebaut wer 
den (in den Tredegarwerten allein 3000 
Menschen), Kornmühlen, Bauinwollfa- 
briken rc. Die gewerbliche Thätigkeit wird 
wesentlich unterstützt durch die reichen 
Steinkohlen- und Eisenlager der Umge 
gend. — Der Hafen der Stadt ist sehr 
gut, Schiffe bis 3 m Tiefgang können zur 
Stadt gelangen. 1876 belief sich die 
direkte Ausfuhr von Tabak, Mehl rc. auf 
15'/2 Mill. Mk., die Einfuhr auf weni 
ger als 1 Mill. Mk. 1879 waren Haupt 
einfuhrartikel : Kaffee (7100 Säcke) und 
Salz aus Liverpool, Hauptausfuhrartikel 
nach Europa: Tabak, Weizenmehl und 
Petroleum. Von ersterm wurden 1879 
direkt verschifft 31,681 Fässer und 4593 
Fässer Stengel, davon nach Bremen 1738 
Fässer Tabak und 500Fässer Stengel. Fer 
ner wurden exportiert: Petroleum, Baum 
wolle, Reifen, Eisenbahnschwellen (nach 
Deutschland), Mais rc. Von Weizenmehl 
ging nach Südamerika für 3,s Mill. Mk. 
1879 verkehrten hier 12 deutsche Schiffe. 
Riga, Hauptstadt des russ. Gouver 
nements Livland, an der Düna, 11 km 
von ihrer Mündung in den Rigaer Bu 
sen,und den Bahnen Dünabnrg-R., Riga 
bahn, Mitauer Bahn; Station der Dam- 
pserliuien: Livländische Dampfschiffahrts- 
gcseUschaft (Liibeck), Perlb. Dampfschiff 
reederei (Hamburg), Stettin-Rigaer 
Dampfschisfgesellschaft; (1872) 102,590 
Einw. (jetzt l 20—130,000), davon fast die 
Hälfte Deutsche. Deutsches Gencralkon- 
sulat(AmtSbezirk:Kurland undLivland); 
Zollhaus; Börse, Kontor der Reichsbank, 
Rigaer Börsenbank, Rigaer Gesellschaft 
für gegenseitigen Kredit, Rigaer Kom 
merzbank, Rigaer Stadt-DiSkoiitobank. — 
Die Industrie ist vertreten durch Woll- 
und Baumwollmanufakturen,. Fabriken 
für Tabak, Korke, Stärke k.; wichtiger 
aber ist der jetzt sehr auf Kosten der preußi 
schen Ostseehäfen aufblühende Handel. 
Seeschiffe können auf der Düna bis zur 
Schiffbrücke gelangen, hoch liegt der Ha 
fen bei der Festung Dünamünde an der
	        
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