416 Roubaix
sondere Kornbörse, Rotterdamsche Bank,
RotterdamscheHaudclvcrceniging. — Für
den Verkehr sehr förderlich sind die vortrefflichen
Häfen, ans welchen Seeschiffe
bis mitten in die Stadt hinein gelangen,
so dass die Waren unmittelbar an den
Magazinen ein- und ausgeladen werden
können. Einklariert wurden 1879: 3438
Schiffe mit 4,698,837 cbm, darunter 736
Segclschiffcmit735,668nnd2702 Dampfschiffe
mit 3,963,169 cbm, wovon deutsche
48(1880:166) Seglern. 145(1880:189)
Dampfer mit zusammen 214,642 cbm.
R. ist auch ein gesuchter Auswandererhafen,
1879 wurden 4927 Personen nach
New Pork befördert. R.ist ein Hauptmarkt
für Getreide, Kolonialwaren, Tabak, Thee,
Zinn, Zucker, Spczereieu, Baumwolle,
Reis, Häute, Petroleum, welche hier wie
in Amsterdam in ungeheuren Quantitäten
aufgestapelt werden. — Plaggebräuche.
Man verkauft Getreide, Mehl,
Hülscnfrüchte, Ölsamen für 100 kg, eigentliche
Gewichtswaren für '/2 (Kaffee)
oder 50 kg, Butter 50, Petroleum 100 kg.
Wechselkurse wie Amsterdam.
Roubaix (spr. rubäh), Stadt im franz.
Departement Nord, Arrondissement Lille,
am gleichnamigen Kanal und an der Nordbahn
(Li nie Lille - Courtray) ; (1876) 74,946
Cinw. Ressort des deutschen Konsuls in
Dünkirchen; Gcwerbekannner; Filiale der
Bank von Frankreich, Société générale,
Crédit du Nord. — N. ist der Mittelpunkt
einer sehr bedeutenden Industrie, welche
namentlich Webwaren aus reiner Schafwolle,
dann gemischte Stoffe aus Wolle,
Baumwolle und Seide zu einem jährlichen
Produktionswert von 146 Mill. Mk. herstellt.
Die hauptsächlichsten »Artikel von
R.«sind: gemusterteHosen-, Westen-Mäntel-
und Rockstoffe, Shawls, Samt, NonveallteeS
in Damenkleidern, Barege, Orleans,
Möbelstoffe. Diese Produkte, ebenso
wie Schafwolle, Garne und Kohle, sind
Hauptgegenstände des lebhaften Handels.
Rouen (spr. ru-äiig), Hauptstadt des
franz. Departements Seine-Inferieure,
an der Seine und der Eisenbahn Paris-Havre;
(1876) 104,836 Einw. Deutsches
Bicekonsulat; Handelskammer, Handetsgericht,
Fabrikgericht; Entrepôt réel für
— Ruhr.
ausländische Waren, Gctreidchalle, Hallen
für Garne und Gewebe; Börse, Filiale
der Bank von Frankreich, Société generale,
Comptoir d'Escompte de R. — Die
Industrie der Stadt steht außerordentlich
hoch; in der Baumwollindustrie
(etwa 160 Spinnereien mit 1,400,000
Spindeln, welche vorwiegend Garne in
gröbern Nummern, meist aus ostiudiscber
Baumwolle, erzeugen) behauptet Rgegenwärtig
den ersten Plag in ganz
Frankreich; die Baumwollweberei (meist
auf dem Land betrieben) liefert namentlich
die sogen. »Ronenneries« (Stoffe aus
ganz oder teilweise gefärbten Garnen)
im jährlichen Wert von ca. 64 Mill. Mk.
Der Handel der Stadt ist sehr bedeutend.
R., 120 km von der Scinemündung entfernt,
hat den Charakter eines Seehafens,
indent die Flut so hoch steigt und so lange
anhält, daß Dampfer von 800 Ton. bequem
einfahren können. 1880 liefen 5189
(4178 beladene) Schiffe mit 1,459,626 T.
eilt und aus. Der Hauptanteil der Schifffahrt
koinmt auf den Verkehr mit England :
britische Schiffe liefen 1880: 1248 von
427,226 Zou. ci», 1255 001% 432,155 Z.
aus; die Zahl der deutschen Schiffe betrug
in Ein- und Ausgang 53 von 20,421 T.
Bei der Küstenschiffahrt (hauptsächlich ins
Verkehr mit Havre) liefen 1880 ein: 816
Schiffe, aus: 619. Hauptartikel der Ausfuhr
nach dem Ausland (1878 für 36,2
Mill. Mk.) sind: Zucker, Cerealien, Wein,
bearbeitete Steine und Baumaterialien;
der Einfuhr (1878: 75,7 Mill. Mk.):
Kohle, Öl, Rohbaumwolle, Kaffee, Schafwollwaren,
Getreide, Ölsaat, Bauholz,
Obst und Schafwolle.—P latzgebräuche.
Der Verkäufer kann Zahlung 24 Stunden
nach Lieferung, selbst vor Abnahme verlangen;
Kreditverkäufe gewöhnlich auf 30,
bei Baumwollgeweben 60 Tage Ziel.
Roulers (Rousse la ere), Stadt iu
der belg. Provinz Westflandcrn, an der
Eisenbahn Courtray - Brügge; (i870
16,345 Einw. DeutschesKonsulat (Amtsbezirk
: der Distrikt von R., Npres und
Courtray); Banque Nationale Succ.;
Baumwoll- und Wollzeugfabriken.
Ruhr, rechtsseitiger, 232 km langer Nebenfluß
des Rheins, der im Rcgierungs-