Full text : Lexikon der Handelsgeographie

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Rumänien  (Finanzen,
Hauptwasserstraße  ist  die  Donau,  auf
welcher  die  Dampfer  der  Donau'Dampfschiffahrtsgesellschaft
  in  ihrer  ganzen  Länge
verkehren.  BisBraila  gelangen  aber  durch
die  Sulinamündung  (s.  Donau)  die
Dampfer  der  Nederlandsche  Stvomboot
Maatschappij,  deö  Österreichisch-Ungarischen ­
  Lloyd,  der  Carnegie-Linie  (London),
Messageries  maritimes,  Westcotts-Linie
(Antwerpen).  Außerdem  ist  der  Prnth
schiffbar.
.Finanzen.  Die  Ausgaben  haben  in
frühern  Jahren  die  Einnahmen  oft  sehr  bedeutend ­
  überschritten,  und  dieFinanzen  sind
Ul  keineswegs  günstiger  Lage.  Das  Defizit
betrug  1880:  5,5  Mill.  Mk.  Für  1881—
1882  beziffert  daö  Budget  95,7  Mill.  Mk.
für  Einnahmen  und  Ausgaben.  Bei  den
Einnahmen  sind  die  direkten  Stenern  mit
21,a  Mill.,  die  indirekten  mit  35,»  Mill.
Mk.,  bei  den  Ausgaben  die  für  die  Staatsschuld ­
  mit38,iMill.Bļk.  veranschlagt.  Bei
derS  ta  ats  schuld  belief  sich  die  noch  nicht
getilgte  fundierte  Schuld  1.  Jan.  1880  auf
%5,3  mir.  ii#  20,7  wm.  m.  «ig
Restsumme  der  für  Ablösung  der  Frondienste ­
  begebenen  Anleihe,  also  auf  376
Mill.  Mk.'  Die  schwebende  Schuld  betrug,
mit  Einschluß  von  39,i  Mill.  Mk.  Schatzbvnds
  und  21  Mill.  Mk.  sonstigem  Papiergeld. ­
  68,1  At  ill.  Alk.
Kreditwesen.  1875  wurde  die  durch
die  Regierung  ans  Aktien  gegründete  und
auf  25  Jahre  konzessionierte  Banque  de
Roumanie  in  Bukarest  mit  Zweigbank
in  Galatz  eröffnet.  Sie  besitzt  ein  Aktienkapital ­
  von  32  Milt.  Mk.  Die  Bank  hat
das  Recht,  Noten  auszugeben,  die  aber  keinen ­
  Zwangsumlauf  haben,  und  deren  Noten ­
  nie  das  Dreifache  des  in  ihren  Kassen
vorhandenen  Edelmetalls  überschreiten
dürfen.  Diese  Noten  sind  also  Privatpapiergeld. ­
  Außerdem  bestehen:  dieBankvon
Bukarest  ebenda  mit  einem  Kapital  von
12,8  Mill.  Mk.,  zwei  andre  Banken  und
ein  Bodenkreditinstitut  (Credit  foncier).
Das  gesamte  Aktienkapital  aller  Banken
beträgt  62,6  Mill.  Mk.  Wechselkurse
werden  in  Bukarest  und  Galatz  (s.  d.)
notiert.  Der  gewöhnliche  Diskontfuß  ist
bei  völlig  sichern  Wechseln  20  Proz.,  bei
minder  sichern  25  —  30  Proz.  pro  Jahr.

Kreditwesen,  Geld  re.).
Neuerdings  verkaufen  französische  und  englische ­
  Häuser  auf  6  Monate  Kredit  oder
auf  4  Monate  nach  Ankunft  der  Ware.
Der  gesetzliche  Zinsfuß  ist  10  Proz.  pro
Jahr,  der  gewöhnliche  bei  Völliger  Sicherheit ­
  10—15  Proz.,  bei  kaufmännischen
Geldgeschäften  in  der  Regel  12  Proz.
Geld,  Maße  und  Gewichte.  In  R.
herrscht  Doppelwährung.  Seit  1861  ist
eine  neue  Münze  geschaffen  worden,  »Romana«, ­
  später  »Leu«  (Mehrzahl:  Lei)  gegenannt,
  genau  dem  französischen  Frank
gleich,  geteilt  in  100  Bani.  In  Gold  werden ­
  Stücke  zu  20,  10  und  5  Lei',  in  Silber ­
  zu  2,1  und  Va  Leu  ausgeprägt.  Außerdem ­
  schon  oben  erwähnten  Papiergeld  der
Banque  de  Roumanie  laufen  seit  1878  auf
den  Inhaber  lautende  unverzinsliche  Hypothekarscheine ­
  um  in  Abschnitten  von
5,10,  20,  50,100  und  500  Lei',  zu  deren
Ausgabe  die  Negierung  ermächtigt  wurde.
Die  Emission  besorgt  der  Credit  foncier,
welchem  der  Staat  für  48  Mill.  Mk.
Staatsgüter  verpfändet  hat.  Auf  die  als
Sicherheit  hinterlegten  Pfandbriefe  imBetrag
  von  24-32  Mill.  Mk.  hat  jene  Bank
Papiergeld  im  gleichen  Betrag  an  die  Regierung ­
  zu  liefern.  DieTilgung  erfolgt  binnen
längstens  sieben  Jahren.  Alle  Staatskassen ­
  nehmen  das  Papier  zum  Nennwert
an  und  tauschen  es  auf  Verlangen  gegen
bar  um.  In  neuester  Zeit  cirkuliert  sehr
häufig  der  russische  Silberrubel,  welchem
die  Negierung  einen  den  Metallwert  ivcit
übersteigenden  Umlaufspreis  gegebeil  hat,
und  der  daher  das  übrige  Metallgeld  zil
verdrängen  droht.
Die  Einführung  des  französischenM  a  ß  -
systems  ist  zwar  beschlossen,  aber  bislang ­
  thatsächlich  noch  nicht  erfolgt;  nur
bei  den  Eisenbahnen  rechnet  man  nach
Kilometern.  Die  Maße  und  Gewichte  sind
auch  noch  in  den  beiden  Teilen  deSFürstcntnms
  verschieden.  Flächenmaß  ist  der  Pogon=11,79qm.
  Hohlmaße:  Bedra,  in  der
Walachei  —12,88  Lit.,  in  der  Moldau  —
15,2  L.;  Oka  dort  1,28,  hier  1,52  L.  Man
hat  auch  die  Benennung  »Liter«,  dasselbe
umfaßt  aber  in  der  Walachei  nur  0,32,  in
der  Moldau  nur  0,38  stanz.  L.  Gewicht: ­
  Oka,  in  der  Walachei  1,27186  kg-,
in  der  Moldau  1,29i  kg.

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