Full text : Lexikon der Handelsgeographie

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Russisches  Reich  (Bergbau:  Steinsalz;  Handel).

eiserne  Dampfer  bis  unmittelbar  an  die
Produttionsstätte  heranfahren  ltitb  die
Produkte  unmittelbar,  ohne  Verpackung
in  Fässer,  aufnehmen  können,  nur  sie  auf
der  Wolga  nach  denr  Innern  zu  transportieren. ­
  Dabei  geben  sich  die  russischen
Fabrikanten  große  Mühe,  die  Qualität
des  Produkts  so  gut  wie  möglich  herzustellen ­
  ,  und  russisches  Petroleum  ist  selbst
in  Petersburg  15—20  Proz.  billiger  als
amerikanisches.  Daraus  in  Nishnij  Nowgorod ­
  angefertigtes  Schmieröl  hat  schon
in  Belgien  Eingang  gefunden.  Mit  der
Gewinnung  von  Photogen  sind  iur  Kreis
Baku  195Etablissimentö  beschäftigt,  welche
1878:  123  Mist.  kg  Photogen  lieferten.
Die  Produktion  von  Petroleum  bezifferte
sich  1879  auf  103  Mill,  kg,  die  von  Naphtha ­
  auf  250,9  Mill.  kg.  Der  Export  von
Baku  nach  der  Wolga  iiber  Astrachan
betrug  in  allein  1878:  162  Mill,  kg,
1879:  76,8  Mill.  kg.  Der  Import  aus
dem  Ausland  geht  zurück;  es  wurden
1878:  32,6,  1879  :  28  mH.  kg  ein#:
führt,  ein  Drittel  davoir  über  Petersburg.
Dort  kamen  1879  schon  40,000  Faß  russisches ­
  Petroleum  gegen  64/00  Faß  amerikanisches ­
  zum  Konsilm.
6)  Stein  salz  lager  von  großer  Ausdehnung ­
  besitzt  Rußland  in  Astrachan,
Uralsk,  Eriwan,  die  schon  seit  längerer
Zeit  bearbeitet  werden;  in  neuester  Zeit
entdeckte  man  enorme  Lager  in  Charkow
und  Jekaterinoslaw.  Durch  Verdunstung
erhält  man  Salz  in  Perm,  Astrachan,
Taurien  u.  a.  1875  lieferten  die  südrussischen ­
  und  südsibirischcn  Salzseen  319,8
Mill.,  die  Siedereien  237,8  Mill.,  die
Steinsalzbergwerkc  65,6  Mill.  kg.  Die
Gesamtproduktion  schwankt  je  nach  der
Hitze  des  Sommers  (für  die  Gewinnung
ails  den  Salzseeil  inaßgebcnd)  zwischen
600  und  850  Mill,  kg  und  betrug  1879  :
781,9  Mill,  kg,  so  daß  Rußland  immer
noch  genötigt  war,  einzuführen,  1878:
166,4  Mill,  kg  int  Wert  von  20,a  Mill.
Mk.;  1879  betrug  die  Einfuhr  146,4
Mill.  kg.  Der  Z  ol  l  für  Kochsalz  betragt
7,63  Mk.  pro  100  kg.  Die  Einfuhr  findet
statt  über  die  Ostseehäfen  und  die  polnischen ­
  Laudzollämter,  aber  nicht  über  daS
Schwarze  Meer.

III.  Handel.
Der  Binnenhandel  ist  ein  sehr
bedelitender  und  wird  namentlich  durch
Messen  ilnd  Jahrmärkte  vermittelt.  Am
wichtigsten  sind  die  Messen  von  Jrbit  in
Sibirien  und  die  von  Nishnij  Nowgorod.
Der  auswärtige  Handel  zeigt  feit  einer
Reihe  von  Jahren  eine  schnell  steigende
Tendenz,  obschon  das  starre  Schutzzoll
system  den  Verkehr  erheblich  erschwert.
1877  wurde  danir  noch  die  Bestimmung
hinzugefügt,  daß  die  Zölle  in  Gold  statt  in
Papier  entrichtet  werden  müssen.  Diese
Zolleinnahmen  sind  bezeichnend  genug  für
den  Handel  Rußlands.  All  der  europäischrussischen
  Grenze  betrugen  dieselben  1870
erst  40  Mill.  Rubel  Kredit,  aber  1879  nicht
weniger  als  91,4  Mill.Rubel—61,i  Mill-Rubel
  Metall  oder  195,5  Mill.  Mk.,  wovou
  alls  Thee  allein  49,9  Mill.  Mk.  entfallen. ­
  Auf  Rohmetalle  kommen  17,3  Mill.,
auf  Metallfabrikate  7,  auf  Salz  12,a,  auf
Getränke  10,3,  auf  Baumwollgarn  9,8,
auf  Baumwollfabrikate  4,2,  alls  Wollfabrikate
  6,5,  auf  Leinenfabrikate  3,3  und
auf  Seidenfabrikate  2,4  Mill.  Mk.  Das
wichtigste  Zollamt  ist  Moskau  mit  56  Mill.,
ilächstdem  Petersburg  mit  30,7,  Reval  (das
ans  Kosten  des  vorigen  an  Bedeutung
rasch  wächst)  mit  17,7,  Odessa  mit  16,
Riga  mit  11,9,  Warschau  mit  10,6  Mill.
Mk.  Wirballen  hat  seit  1870  über  3,2
Mill.  (1870:10,6,1879:  6,4  Mill.)  Mk.
eingebüßt,  dagegen  ist  Libail  in  demselben
Zeitraum  auf  Kosten  Königsbergs  von
563,200  ans  2,512,000  Mk.  gestiegen.
Obschon  die  Zollabgaben  dem  Gesetz  gemäß ­
  in  Goldwährung  erhoben  werden,  so
nehmen  gewisse  vonl  Finanzminister  bezeichnete ­
  Zollämter  doch  auch  ausländische
Goldmünzen  sowie  die  Koupons  bestimmter ­
  russischen  Staatspapiere  und  Eiscnbahnobligationen
  zu  normierten  Preisen
als  Zahlung  an.  Für  vier  Zollämter  ist
auch  die  Annahme  von  Noten  der  Deutschen
  Reichsbank  und  der  frühern  Preußischen ­
  Bank  zu  100  ,  500  und  1000  Mk.
zum  Preis  von  30 4 /r,  Kopeken  für  die
deutsche  Mark  angeordnet.  Zum  Zweck
der  bcguemcru  Bezahlung  der  Zölle  in
Gold  gibt  die  russische  Reichöbank  seit  1877
sogen.  Goldbillete  auf  10,  50  und  100
            
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