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Russisches Reich (Kreditwesen, Geld rc.).
aber beträchtliche Mehreinnahmen. Nach
dein Budget für 1881 balancieren Einnahmen
und Ausgaben mit 2295,o Mill.
Mk. Unter den Einnahmen figurieren
die aus direkten Steuern mit 431,6 Mill.
Mk., auö indirekten mit 1205,iMill. Mk.,
Staatsdomänen mit 108,5 Mill, und Regalien
mit 84,2Mill. Atk. Unter den Ausgaben
beansprucht das Kriegsministerium
01,7 Mill., die Staatsschuld 618,6 Mill.
Mk., davon 452,5 Mill, für Anleihen und
166,i Mill, für Eisenbahnobligationcn.
Der Eisenbahnfonds verlangt eine Ausgabe
von 44,i Mill. Mk., dagegen werden
durch Rückerstattung 215,i Mill. Mk. vereinnahmt.
1875 betrugen die Ausgaben
für die Staatsschuld erst 344 Mill. Mk.
Überhaupt haben sich die Ausgaben fortdauernd
gesteigert, 1875 betrugen sie 1738
Mill. Mk. Außerdem bestehen noch sogen.
Kommunallasten, welche aber keineswegs
ausschließlich zu Kommunalzwecken bestimmt
sind ; vielmehr wird ein großer Teil
zur Bestreitung allgemeiner Staatsbedürfnisse
verwandt. Eö gibt sogen. Kommunallasten
für eigentliche Staatszwcckc, zur
Deckung von Gonvernementsbedürfnissen
und für wirkliche Kommnnalzwecke. Die
städtischen Bedürfnisse stiegen 1869 aber
nur in 10 Städten über 3,200,000 Mk.
Die Staatsschuld betrug 1. Jan.
1879: 2,594.195,215 Papierrubel (zum
Kurs von 193,80), davon fundierte Schuld
1,531.384.829, nicht eingetragene Schuld
1,062,810,396 Rubel. Dazu kommen
noch die Schulden der Staatskasse mit
1,196,135,691 Rub., so daß sich die Gesamtschuld
auf 3,790,330,906 Rub. belief.
Diesen Schulden stehen alsForderungen
des Staats gegenüber 1,401,285,006
Papier rubel für Vorschüsse anEisenbahnund
industrielle Gesellschaften, so daß die
eigentliche Staatsschuld 2,389,045,900
Papierrubel oder 1429 Mill. Metallrnbcl
(4573 Mill. Mk.) betrug.
VI. Kreditwesen, Geld etc.
In Rußland bestehen 3 Staatskreditanstalten:
die Reichsbank ut Petersburg,
die Bank von Polen und die Bank von
Finnland. Die Reichsbank wurde
I860 durch Reorganisation der frühern
Kommerzbank mit einem Kapital von
66,480,000 Mk. gegründet. Sie lourde
mit der Verwaltung und dem Vertrieb der
1843 im Betrag von 170,221,800 Rnb.,
in Abschnitten von 100, 50, 25, 10,5,
3 und 1 Rub., ausgegebenen Reichskreditb
ill et e, mit welchen Assignationen
im Betrag von 595,776,000 Rnb. eingelöst
wurden, betraut. Staatöpapicr sind
außerdem noch die 5proz. Reichsbankbillete,
eine Art verzinslicher Noten der
Reichsbank in Stücken zu 1000, 500,150
und 100 Rnb., und die Şi-sproz. Reichsschatzbillete
zu 50 Rub. Dieses Staatöpapiergeld
hat (mit Ausnahme Finnlands)
Zwangöumlauf und ist durch das
gesamte, auf 3—4000 Mill. Silberrubel
oder 10—13 Milliarden Mark berechnete
StaatSvcrmögen garantiert. Der Betrag
der ungedeckten Kredilbillete ohne die
temporäre Cirkulation der 58 Filialen
steht in keinem andern Land gleich hoch.
1860 betrug derselbe 2035 Mill. Mk.,
giug aber dann herunter und belief sich
1879 auf 1754,9 Mill. Mk. Der metallische
Barschatz, welcher 1875 noch 746,8
Mill. Mk. betragen hatte, war 1879 auf
559,4 Mill. Mk. gesunken. Der Betrag
der ungedeckten Noten hatte sich also zwar
um 73,64 Mill, verringert, dafür hatte
der Barbestand aber um 187,4 Mill. Mk.
abgenommen. Staatspapicrgeld find auch
die für Polen bestimmten Noten der
Bank von Polen (Kapital: 25,920,000
Mk.) und die für Finnland bestimmten
Noten der B a n k v o n F i n n l a n d in Helsingfors
(s. F in nl a n d). Außerdem bestanden
1875 im eigentlichen Rußland:
35 Kommerz- und 12 Agrarbanken auf
Aktien (mit einem Grundkapital von 324,-i
Mill. Mk.), 2 Agrarbanken des gegenseitigen
Kredits, 267 städtische, auf dem
Prinzip der solidarischen Haftbarkeit beruhende
Banken, 53 gegenseitige und
städtische Krcditgesellschaften, unter welchen
die bedeutendsten waren: die Internationale
Bank (Kavital: 42 Mill. Mk.),
Eentralbank des russischen BodcnkreditS
(Kapital: 19,440,000Mk.), Wolga-Kama-Handclsbank
(gleiches Kapital), Privathandelsbank
und Leih- und Diskontobank
mit je 16,2 Mill. Mk., alle in Petersburg,