Full text : Lexikon der Handelsgeographie

Türkisches  Reich  (Industrie,  Handel,  Verkehr).

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schwankungen  in  jüngster  Zeit  sehr  bedeutend ­
  abgenommen.  Die  Produktionsgebiete
sind  in  dereuropäischen  Türkei  die  WüajetS
von  Volo,  Saloniki  und  Adrianopel,  in
Asien  Anatolien  (besonders  die  Umgegend
von  Brussa)  und  Syrien.  Die  Seidenernten ­
  fielen  in  Europa  von  163,000  kg
im  Jahr  1874  cms  64,000  kg  im  Jahr
1878,  und  aus  Asien  betrugen  die  Zufuhren ­
  1874  noch  376,700,  1878  aber  nur
250.000  kg  und  zwar  auö  Anatolien
85.000  kg,  aus  Syrien  165,000  kg.  ,
Der  Bergbau  liegt  gänzlich  daineder,
  obschon  reiche  Lager  von  Erzen,  namentlich ­
  in  Bosnien  (nahezu  60  Proz.
Eisengehalt),  vorhanden  sind.  Dort  werden ­
  in  der  primitivsten  Weise  etwa  o—
6000  Ton.  Roheisen  im  Jahr  erzeugt.
Auch  in  Kleinasien  und  im  Libanon  finden
sich  hochhaltige,  zum  Teil  kolossale  Eisenlagerstätten, ­
  die  aber  ebensowemg  benutzt
werden.  Kohlenlager  sind  an  vielen
Stellen  nachzuweisen,  doch  existiert  bis  jetzt
im  ganzen  türkischen  Reich  nur  ein  emzigcs
  aufgeschlossenes  Kohlenlager  beiEregü
ui  der  asiatischen  Türkei,  am  südlichen
Ufer  des  Schwarzen  Meers;  bie  jährliche
SßroWtioit  belauft  M  mir  mi
125.000  Ton.  Eine  deutsche  Gesellschaft
hat  begonnen,  die  Lager  der  Insel  Imlen
  groß,  wird  aber  ebenfalls  auf  unverantwortliche ­
  Weise  verwüstet.  ZurAusfuhr
  gelangen:  Bretter,  Pfosten,  Schissbcu*
  imb  SRaßeu,  ebenso  Wone»,
die  im  Wilajet  Janina  wie  m  Kleinasien
in  großen  Mengen  gewonnen  werden.
II.  Industrie  und  Handel.
Die  G  e  w  e  rb  t  h  ä  t  i  gk  e  i  t  steht  auf  sehrniedriger
  Stufe.  Die  Versuche  ausländischer ­
  wie  inländischer  Kapitalisten,  irgend

eingeführten  Waren  auf  430  Mill.  Mk.,
der  ausgeführten  auf  397Mill.Mk.  angegeben. ­
  Nach  den  Tabellen  der  türkischen
Zollbehörde  betrug  (in  Millionen  Mark):
Einfuhr  Ausfuhr
1873—  74:  356,5  214,l
1874—  75:  333,3  172,6
1875—  76:  312,6  192,9
1876—  77:  259,9  ?
Die  durchschnittliche  Einfuhr  nach  den
Hasenplätzen  Konstantinopel,  Saloniki,
Smyrna,  Beirut,  Alerandrette,  Cyperu,

Baöra,  Samsun  und  Trapezunt  beträgt
nach  andrer  Berechnung  jährlich  395,6
Mill.  Mk.,  woran  beteiligt  sind:  England
mit  192  Mill.,  Frankreich  mit  58,8  Mill.,
Deutschland  mit  30  Mill.,  Österreich  mit
27,2  Mill.,  Rußland  mit  25,6  Mill.,  die
Schweiz  mit  16  Mill.  Mk.  Die  Ausfuhr ­
  beläuft  sich  danach  auf  374  Mill.
Mk.  Dazu  kommt  der  Handelsverkehr  der
Insel  Kandia  mit  17,5  Mill.  Mk.  Einfuhr ­
  und  11,9  Mill.  Mk.  Ausfuhr;  ferner ­
  Einfuhr  in  Bosnien  und  Herzegowina
9,3  Mill.  Mk.,  Ausfuhr  von  5,5  Mill.
Mk;  dann  die  Handelsbetvegung  der  Donauhäfen ­
  mit  6,8  Mill.  Mk.  Ein-  und
5,6  Mill.  Mk.  Ausfuhr,  was  für  den
frühern  Besitzstand  des  Reichs  eine  jährliche ­
  Einfuhr  von  nahe  au  430  Mill.  Mk.
und  eine  Ausfuhr  von  397  Mill.  Akk.
ergibt.  Hauptausfuhrartikel  sind:  Getreide, ­
  Tabak,  Wolle,  Opium,  Meerschaum, ­
  Rosenessenz,  Gummi,  Häute,
Baumwolle,  Früchte,Wein,  Hou,g,  Wachs,
Maroquin,  Krapp,  Teppiche.  —  CingegSSH*

und  der  Schweiz  und  überhaupt  jede  Art
von  Manufakten  und  Fabrikaten  sowie
Kolonialwaren,  Petroleum,  Steinkohlen
(aus  England)  re.
III.  Verkehrswesen.
An  schiffbaren  Flüssen  ist  die  Türkei
sehr  arm;  in  Europa  ist  ein  Teil  der  Marina ­
  das  einzige  schiffbare  Binnenwasser,
in  Asien  ist  nur  der  Euphrat  (s.  d.)  von
Bedeutung  für  den  Verkehr.  —  Der
Landverkehr  über  die  persische  Grenze
wurde  an  vier  von  siebenGrenzplätzen  1879
durch  23,867  Pferde,  21,346  Maultiere
            
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