Full text: Lexikon der Handelsgeographie

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Vereinigte Staaten (Ackerbau: Getreide). 
an Eisenbahnen, Schulen u. a. Das Cen 
trum des Anbaus rückt immer weiter nach 
W. vor, von 1849 — 77 um mehr als 8 
Längengrade, von 85° 24' westl. L. im 
ersten bis zu 89° 6'westl. L. im letzten Jahr. 
Von den Erträgen der W e i z e n - u.M a i s - 
ernten entfielen (in Prozenten) ans: 
Staaten 
1849 1859 1869 1879 
Der atlantischen Küste 30 24 20 14 
Östlich vom Mississippi 58 55 53 49 
Westlich vom Mississippi 12 21 27 37 
1879 produzierten (in Millionen Hek- 
îàŗ): mis Weizen 
Neucngland und 5 andre 
östliche Staaten. . . 36,7 16,5 
13 südliche Staaten . . 110,i 14,o 
Die westlichen .... 339,o 166,4 
J>l dem letzten Gebiet hat somit ein außer 
ordentlicher Aufschwung stattgefunden. 
Man schätzt den Verkauf lind die Besiede 
lung von Ländereien 1878 im W., NW. 
und SW. auf über 7 Mill, ha, und deren 
Ansiedler auf 600,000 Köpfe, von denen 
540.000 aus Neuengland-, Mittel- und 
andern Staaten östlich vom Mississippi ka 
men. Außerdem erhieltTeras 200,OOOneue 
Einwohner, Kansas 125,000, Nebraska 
100,000, Minnesota 50,000, Dakota 
100.000 je., welche sich zum größten Teil 
dem Ackerbau widmeten. Demzufolge sind 
auch die Erntemengen in rascher Folge 
gestiegen; sic betrugen 1865—66: 391 
Mill, lil, aber 1879-80: 847,7 Mill. hl. 
Ill dem letzten Jahr waren Areal, Er- 
tragsmenge und Wert folgende: 
In Tausenden In Mill. 
Mais. .' 
Weizen . 
Roggen . 
Hafer. . 
Buchweizen 
Hektol. 
512512 
160383 
7424 
85184 
5565 
Mark 
2469,o 
1842,4 
61.0 
512,4 
32.1 
Zusammen: 771068 4918,4 
Diese ungeheuren Mengen gelangen 
zum größten Teil auf den europäischen, 
vorzugsweise den englischen, Markt, in 
nicht unbedeutendem Maß auch nach 
Mittel- und Südamerika, zuweilen nach 
Australien; ja selbst nach Rußland, dein 
größten Konkurrenten der Vereinigten 
Staaten, ist in neuester Zeit Getreide er- 
portiert worden. 1868—69 betrug die 
Ausfuhr 13,8 Mill, hl, 1879 — 80 war 
dieser Betrag auf 97 Mill, hl gestiegen. 
Davon beanspruchten: Weizen 53,6 Mill., 
Mais 34,3 Mill, hl; der Rest kam auf 
Weizenmehl, Hafer, Roggen, Gerste, 
Maismehl. Doch findet bei Gerste ein be 
ständiger Mehrimport statt, der sich 1880 
auf 2,i Mill, hl steigerte. 
Die Wertbeträge hielten nicht immer 
gleichen Schritt mit den Erportmengen; 
so ging der Wert bei Mais um 22 Mill. 
Mk. herunter, obschon das Quantunl um 
mehr als 290,000 hl gestiegen war, und 
auch bei andern Getreidearten Hielt die 
Preissteigerung keineswegs Schritt mit 
der Zunahme der Menge. Immerhin wa 
ren dieselben kolossal genug. 1826—30 
betrug der durchschnittliche Wert der Aus 
fuhr 33,9 Mill. Mk., 20 Jahre später 
(1846—50) schon 113,8 Mill. ; nach aber 
mals 20 Jahren hatte sich dieser Wert 
nahezu verdoppelt und war auf 221 Mill. 
Mk. gestiegen, und 1880 hatte er den Be 
trag von 1216,4 Mill. Mk. erreicht; da 
gegen verschwindet die Einfuhr vollständig. 
Gleichmäßig mit dieser Produktion hat 
sich die Mühlenindustrie großartig ent 
wickelt. Am 1. Juli 18Ü0 zählte man 
13,870 Flour Manufactories, deren jähr 
liche Erträgnisse sich auf 1900 Mill. Mk. 
belaufen; 1879—80 wurden 4 Mill. Fäs- 
ser Mehl (zn 196 Pfd.) ausgeführt. 
Der Handel mit Brotstvffen wer 
tete 1880 (in Millionen Mark): 
Einfuhr Ausfuhr 
Weizen 2,4 800,3 
Weizenmehl . . . . 0,i 148,2 
Mais 0,3 233,8 
Maismehl, Maizena . 0,2 14,3 
Hafer O.o 1,3 
Gerste 18,o 3,8 
Roggen 1,5 9,9 
Andre Körnerfrüchte. . 1,4 5,3 
Zusammen: 25,o 1216,4 
Unter den übrigen Produkten figurieren in 
der Ausfuhr Brot und Zwieback mit 2,9 
Mill. Mk. Die größten Getreidemärkte 
und Stapelplätze im Jnnern sind : Chicago, 
Milwaukee, Toledo, Detroit, Cleveland, 
St. Louis und Dulnth. Dorthin gelan-
	        
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