Wiesbaden.
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Mehr noch durch seinen Handel istW.
nicht allein da« wirtschaftliche Centrum
Österreichs, sondern auch die erste Han
delsstadt des östlichen Europa. Zum Kon
sum wurden 1879 eingeführt:
Eier . 63121091 St.
Geflügel 1081204 -
Hühner . 645192 -
Rinder . 226444 -
Schweine 150092 -
Schafe . 62 655 -
Hasen . 91085 -
Butter . 33242 Ctr.
Wein . . 262300 hl
Bier. . . 731090 -
Schnaps . 29773 -
Mehl, Brot 816 714 Ctr.
Hafer . . 244221 -
Kohle,Koks4408377 -
Holz . . 452159 cbm
Käse . . 10 638 Ctr.
Haudelsaustalten sind: die Borse(Ef-
setten- und Warenbörse, Frucht- u. Mehl-
börse), Börsenkammer, für Streltigkelten
aus Börsengeschäften: Schiedsgericht deS
GeldpapierverkchrS und Schiedsgericht des
Warenverkehrs, Giro - und Kassenverein,
niederösterreichische Handels - und Gewer
bekammer, das städtische Lagerhaus mit
einem Fassungsraum von 47,000 qm, in
welchem 1879: 894,035 Ctr. ein- und
713,890 Ctr. ausgelagert tvurden. Andre
großartige Lagerhäuser sind die derllnion-
bank (Fassnngsraum: 320,000 Ctr.),
der Donau - Dampfschiffahrtsgesellschaft
(225,000 Ctr.)u. a. Von Transport
gewerben bestanden Ende 1879: 2685,
davon 47Eisenbahngesellschaften, 2 Pferde
eisenbahnen, 2 Dampfschiffahrtsunter-
nehmuugen. Die ältere Wiener Tram-
wahgeseÜschaftbeförderte1879:22,587,910
Personen mit 520 Wagen und verein
nahmte 4,8 Mill. Mk., die Neue Wiener
Tramwaygesellschaft besaß 48 Wagen.
Mail zählte 1879: 711 Omnibusse, 828
Lohnkutscher und 1043 Inhaber einspän
niger Lohnwagen.— Kreditwesen. Die
Zahl der Banken und Kreditinstitute be
zifferte sich Ende 1879 auf 14 mit einem
Kapital voll 416 Mill. Mk. Die wichtig
sten sind: die Österr.- Ungar. Bank, Kre
ditanstalt, Niederösterr. Eskomptegesell-
schaft, Erste österr. Sparkasse, Auglo-
Österr. Bank, Wiener Giro- und Kassen
verein, Unionbank, Wiener Bankverein,
Österr. Bodenkrcditanstalt, Allgemeine
Depositenbank, Allgemeine Verkehrsbank,
Wiener Lombard- und ESkomptebank. —
Jährlich werden zwei große Märkte von
14tägiger Dauer gehalten: der Fruh-
jahrSmarkt (Jubilate), anr Montag nach
Jubilate, und der Herbstmarkt (Allerheili
gen), 2. Nov. beginnend. Der internatio
nale Getreidemarkt wird an zwei Tagen
im August gehalten; mit ihm ist eine
Specialausstellung von Getreide und von
Maschinen für Müllerei, Brauerei, Bäcke
rei und Spiritusfabrikation verbunden.—
Der Haushaltsetat der Stadt W. zeigte
1876' eine Einnahme von 30,381,414
9m. ^f.,%u9ßabe bon 29,233,272m.;
der größte Hauptposten unter den Aus
gaben ist die Tilgung und Verzinsung
der Gemeindeschuld (1876: 9 Mill. Mk.).
Der Vermögensstand der Stadtgemeinde
belief sich Ende 1876 auf 139,c Mill.Mk.,
darunter 95,a privatrechtliches unbeweg
liches Vermögen, der Passivstand auf 126,6
3MÍ. m — Platzgebräuche. Man
verkauft im Großverkehr Getreide gegen
bar oder Accepte von 3 Monaten dato,
Malz, Stärke, Melasse, Spiritus und die
meisten Rohprodukte gegen bar, Rohzucker,
Farbwaren, Droguen auf 4 Monate Kre
dit, gegen Accept oder für bar mit 2 Proz.
Diskont, Manufatte und Rohbaumwolle
auf 6 Monate Kredit oder bar mit 3 Proz.
Diskont, Baumwollgarn auf 4, Rohseide
auf 7 Monate Kredit, bei Barzahlung
3Vs Proz. Diskont. Man rechnet gewöhn
lich reine Tara. Wechselkurse notiert
man 3 Monate dato auf Amsterdam, Augs
burg, Berlin, Brüssel, Frankfurt a. 9)t.,
Hamburg, London, Mailand, Marseille,
München, Paris, Petersburg, Zürich.
Wiesbaden, Hauptstadt des gleich
namigen Regierungsbezirks der preuß.
Provinz Hessen-Nassau, an den Bahnen
W.-Frankfurt und W.-Oberlahnstein;
(1880) 50,238 Einw. Handelskammer,
Handelsgericht; Reichsbanknebenstelle;
Bierbrauerei rc. — Die Bedeutung der
Stadt beruht auf ihren Mineralquellen,
welche 1879 von 70,178 Kurgästen besucht
wurden. ZurErnährung der Bevölkerung
wurden 1879 zugeführt und konsumiert:
789,778 Sit. 2B(in, 242,358 S. E#=
wein, 332,458 L. Branntwein, 7,160,096
L. Bier, 19,519 Rinder und Kälber,
12,968 Schweine, 6219 Schafe, 389,880
Pfd. Fleisch, 2,5 Mill. Pfd. Brot rc. — Das
Telegraphenamt hatte eine Einnahme