Full text: Die politische Ökonomie des Rentners

1. Die Werttheorie (Fortsetzung) 
kurze Bemerkung. Bei der Bestimmung der „allgemeinen Re- 
geln‘, von denen die am Tausch Beteiligten sich leiten lassen, 
formuliert Böhm-Bawerk folgende drei „Regeln‘‘: „Er (d. h. der 
Tauschlustige. N. B.) wird erstens überhaupt nur dann 
tauschen, wennder Tauschihm Vorteilbringt; 
er wird zweitens lieber mit einem größeren als mit 
einem kleineren Vorteile tauschen; und er wird 
endlich drittens lieber mit einem kleineren Vorteil 
alsgarnichttauschen”.“ 
Die erste dieser drei Regeln ist falsch. Es gibt nämlich Fälle, 
in denen die Verkäufer mit Verlust den Tausch eingehen, indem 
sie nach der Regel handeln: Ein kleiner Verlust ist besser als ein 
großer. Das kommt dann vor, wenn die Kapitalisten sich durch 
die Marktkonjunktur gezwungen sehen, ihre Ware unter dem 
Herstellungspreise zu verkaufen. Böhm-Bawerk selbst sagt an 
anderer Stelle darüber, daß unter derartigen Bedingungen nur 
„ein sentimentaler Tor“ auf den Verkauf seiner Ware verzich- 
tet. In diesem Falle tritt die ursprüngliche Wertschätzung des 
Verkäufers, mit der er auf den Markt gekommen ist, gegenüber 
der elementaren Kraft der Marktkonjunktur zurück, die ihn nun 
zwingt, den Tausch mit Verlust für seine Unternehmung einzu- 
gehen. 
Wenden wir uns nun den Faktoren zu, die im Rahmen des 
oben dargestellten formalen „Preisgesetzes‘‘ die Höhe dieser 
Preise bestimmen. Böhm-Bawerk zählt sechs solche Faktoren: 
1. Die Zahl der auf die Ware gerichteten Begehrungen; 2. die 
absolute Größe des subjektiven Wertes der Ware für die Kauf- 
lustigen; 3. die absolute Größe des subjektiven Wertes des 
Preisgutes für die Kauflustigen; 4. die Zahl, in der die 
Ware feil ist; 5. die absolute Größe des subjektiven Werts der 
Ware für die Verkäufer; 6. die absolute Größe des subjektiven 
Werts des Preisgutes für die Verkäufer. Betrachten wir, wodurch 
bei Böhm-Bawerk jeder einzelne dieser Faktoren bestimmt wird. 
1. Die Zahlder auf die Ware gerichteten Be- 
gehrungen. Darüber äußert sich Böhm-Bawerk wie folgt: 
„Ueber dieses Moment läßt sich wenig sagen, was nicht selbst- 
verständlich wäre. Es wird offenbar beeinflußt einerseits durch 
die Ausdehnung des Marktes, andererseits durch den Charakter 
des Bedürfnisses ... Uebrigens ist — und das ist die einzige Be- 
merkung von theoretischem Interesse, die hier zu machen ist — 
nicht jeder, der die Ware vermöge seines Bedürfnisstandes zu 
7% Ib. \S. 489. 
18
	        
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