Full text: Lexikon der Handelsgeographie

^Brasilien (Industrie, Handel, Verkehr). 
IO 
vorhanden, doch bisher saunt verwertet. 
Von Petrolenm wurden 1871 von New 
Bork auö 19,9 Mill. Lit. eingeführt. 
Industrie, Handel, Berkehr. 
Die Industrie steht noch auf sehr nie 
driger Stufe. Außer den Gewerben, welche 
sich mit der Verarbeitung edler Metalle 
Cigarrenfabrikation, Gerberei und etui- 
nett anbmt 3%,%» ber ^bufhie bc= 
Mogelt, ist diese Thätigkeit kaum nen- 
ttettmeti. SDer SmDort ooit ^abrifAtcit 
'st daher ein ziemlich starker. Außer denen, 
welche im vorhergehenden schon genannt 
Mid: Waren aus Baumwolle, Wolle und 
<Leide und den Mctallwarcn und Holz 
waren, voil denen wenigstens eilt Teil 
cuiö den im Land reichlich erzeugten Roh 
produkten hergestellt wird, müssen wir als 
hervorragende Gegenstände der Einfuhr 
erwähnen: alkoholische Getränke, Leinen- 
waren, Papier und Papierwaren, ebenso 
m ft t ren aus Spanischem 
111^1', Porzellan, Fayence, Glaswarcii. 
^ließlich m den Handen von Engländern, 
Franzosen. Portugiesen Nordamerika- 
uern, Holländern, Deutschen und konzen 
triert sich ln 19 Hafenplätzen, unter welchen 
die wichtigsten sind: Rio de Janeiro (48 
W;. ber »()!), mabid (io 
^^^1511(0 (WŞro;.), (mßerbem Şará, 
San Lins de Maranhão, Alagoas, Rio 
gambe bo Morte, @ern^^e, 'gortalega, 
Aracatl und Parahyba (16 Proz.) sowie 
die Häfen der Provinzen Rio Grande do 
Sul, Santa Catharina und São Paulo 
(12 Proz.). Es betrug (inkl. Edelmetalle) 
ln Millionen Mark die 
Einfuhr Ausfuhr 
1877— 78: 867,oi 419,28 
1878— 79: 367,88 459,13 
A" der Wareneinfuhr partizipiert Eng- 
and mit nahezu der Hälfte, und davon 
vcftehen ca. % in Banmwottmannfak- 
te«. Deutschland importiert vonlehmlich 
iwwarze und farbige Tuche, glatte wollene 
und halbwollene Stoffe, Strumpfwaren, 
Kurzwaren, Cigarren, Papier, Porzel- 
te. Die Zölle auf alle Manufatte 
lmb sehr hoch, im Durchschnitt 40—50 
|5roj. — Das Deutsche Reich unterhält 
Urr zwar keinen Berufskonsul, wohl aber 
16 Konsuln, 1 Vicekonsul und 1 Konsu 
laragenten. 1 
«.“ÄÄ iïjsrj» 
breiteten und vorzüglichen Netz von Ver 
kehrsadern beschenkt. Man berechnet die 
der Dampfschiffahrt zugänglichen Strecken 
des Amazonenstroins und Tocantins ans 
42,350 Km. DerAmazonenstrom wird schon 
seit 23 Jahren bis Tabatinga (Grenze), 
1584 Km, Negro 792 Km, Topajoö 330 Km, 
Tocantins ilndAragnya660Km. Ailf dem 
Paraguay geheil Dampfer jetzt bis Euyaba 
(Matogrosso), ans dem São Francisco bis 
Piranhas. Doch sind viele Flüsse (Parana, 
%raitcÜco, %rann^, ^^^^1) mir 
eUwelse für die Binnenschiffahrt zngäng- 
llch. — Die erste Eisenbahn: Rio de 
Janeiro - Petropolis, wurde 1854 dem 
Verkehr übergeben. Ende 1879 waren 
un Betrieb 3058 Km, welche sich auf 30 
x.tnien verteilen; 13 andre in einer Ge 
samtlänge von 7000 Km waren konzes 
sioniert und teilweise im Bau. Für diese 
garantierte die Regierung 225 Mill. Aik. 
Da die Eisenbahnen aber über eine Kü 
stenzone von etwa 300 km Breite kaum 
hinausrcichen, so geschieht die Beförderung 
der Lasten noch viel durch Manltierkara- 
wanen (tropas) und Ochsenkarren. Doch 
wird die große Madeira-Mamore-Eisen 
bahn einen beträchtlichen Teil des Innern 
erschließen und die Verbindung mit Bo 
livia herstellen.—Die P o st (B. gehört zum 
Weltpostverein) beförderte 1879 in 1265 
Postämtern 16,180,584 Briefsendnngcn. 
Der Telegraph beschäftigte 1879: '123 
Büreaus, die Länge der Linien betrug 6942 
km, es wurden 232,022 Depeschen'beför 
dert. Ein Kabel führt von Para über Per- 
nanlbuco, Bahia, Rio de Janeiro, San 
tos, Santa Catharina, Rio Grande do Sul 
nach der Barra do Chlly und verbindet sich 
hier mit dem von Montevideo kommenden. 
In Pernambuco schließt sich das europäi 
sche, in Pará das nordamerikanische Kabel 
7-Für den regelmäßigen Schiffs- 
"O""' #cn bi# 
18 Postdampferlmien eigner Gesellschaft
	        
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