Full text : Lexikon der Handelsgeographie

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Brasilien  (Finanzen,  Kreditwesen  re.).

ten  zahlt  der  Staat  eine  jährliche  Unterstützung ­
  von  6,872,000Mk.  Diese  Küstendampfschiffahrt ­
  erstreckt  sich  von  Belem
bis  Rio  Grande  do  Sul  unb  Montevideo.
Mit  Europa  steht  B.  in  Verbindung  durch
den  Norddeutschen  Lloyd,  die  Hamburg-Südainerikaiiische
  Dampfschiffahrtsgesellschaft, ­
  die  Kosmoslinie,  Compagnie  des
Messageries  maritimes,  Belgiair  Royal
Mail  Co.,  Lavarello  u.  Ko.  (Genua),  Pacific ­
  Steam  Navigation  Co.,  Royal  Mail
Steam  Packet  Co.  ».  a.  —  Der  Schiffsverkehr ­
  in  allen  Häsen  war  1878—79:
eingelaufen  ausgelaufen
Schiffe  Tonnen  Schiffe  Tonnen
Seeschiffe  .  3368  2  414985  3087  2  368554
Küstenschisfe  5946  1829752  5746  1176006
Zusammen:  9314  4  244737  8833  3  544560
Die  Küstenschiffahrt  war  bis  1873  ausschließlich ­
  der  nationalen  Flagge  vorbehalten, ­
  ist  seitdem  aber  zwischen  Häfen,
wo  Zollämter  eingerichtet  sind,  auch  Ausländern ­
  gestattet.  —  Die  Handelsmarine ­
  zählte  1868:  148  Schiffe  langer
Fahrt  und  1400  Küsten  -  und  Flußfahrer.
Fi»a»;k»,  Kreditwesen,  Geld  rc.
Die  Budgetsätze  schließen  gewöhnlich
mit  einem  Überschuß,  die  Abrechnungen
ergeben  aber  in  der  Regel  ein  Defizit.
Nach  der  vorliegenden  Abrechnung  für
1877—78  betrugen  die  Einnahmen  249,2,
die  Ausgaben  340,8  Mill.  Mk.  ;  nach
dem  Budget  1879—80  die  ersten  227,2,
die  zweiten  380  Mill.  Mk.;  nach  dem  von
1880—81  die  Einnahmen  229,3,  die  Ausgaben ­
  272,5  Mill.  Mk.  Ans  Civilliste  und
Apanagen  entfallen  2,925  Mill.,  für  die
Staatsschulden  71,iooMill.,  Eisenbahnen
22,500  Mill.,  Telegraphen  3,375  Mill.,
Posten  3,150  Mill.  Mk.  —  DieStaatöschuld
  hat  sich  innerhalb  10  Jahren  gewaltig ­
  vergrößert.  Nach  offiziellen  Angaben ­
  bezifferte  sich  dieselbe  31.  März  1867
auf  373,50  Mill.  Mk.;  31.  März  1880
war  sie  aber  auf  1834,7  Mill.  Mk.  angewachsen. ­
  Als  Aktiva  wurden  31.  März
1880:85,8  Mill.  Mk.  ausgeführt,  bestehend
in  rückständigen  Stenern,  Forderungen  an
Argentinien  und  Paraguay,  Guthaben  an
Eisenbahnen,  wovon  nur  der  letzte  Posten
von  25,2  Milt.  Mk.  wirklichen  Wert  hat.

Kreditwesen.  Unter  den  einheimischen ­
  Banken  sind  die  bedeutendsten:
die  Bank  von  B.  und  die  Banken
von  Bahia  und  von  Maranhão;  von  andern: ­
  die  Commercial  Bank  of  Rio  de  Janeiro, ­
  English  Bank  of  Rio  de  Janeiro,
New  London  and  Brazil  Bank.  Die  Bank
von  B.  und  ihre  Zweigbanken  geben
Privatpapiergeld  aus,  ebenso  die  Banken
von  Bahia  und  Maranhão;  diese  Banken
sind  Aktienanstalten.  Die  Bank  von
B.  (Banco  de  Brazil)  wurde  1853  auf
Aktien  und  auf  30  Jahre,  ursprünglich ­
  mit  einem  Kapital  von  3O  Mill.,  später
auf  33  Mill.  Milreis  erhöht  (72,3  Mill.
Mk.),  gegründet.  Sie  hat  Filialen  zu
Ouro-Preto,  São  Paulo,  Bahia,  Pernambuco, ­
  Rio  Grande  do  Sul,  Parä
und  Maranhão,  welche  eine  selbständige
Emission  haben.  Ihre  Noten  sind  gesetzlichesZahlungsmittel
  und  haben  seit  1864
Zwangsumlauf.  Durch  Gesetz  wurde  ihr
1866  die  Ausgabe  neuer  Noten  untersagt
und  ihr  die  Pflicht  auferlegt,  ihre  Noten
binnen  20  Jahren  allmählich  einzulösen.
Wechselgeschäfte  mit  dem  Ausland  darf
die  Bank  nicht  machen.  Für  die  übrigen
Banken  ist  aber  der  Ein-  und  Verkauf
von  Wechseln  dieGcundlage  des  Geschäfts.
Die  Bank  von  Bahia  wurde  1858  mit
einem  Nominalkapital  von  8  Mill.  Milreiö
  auf  Aktien  gegründet;  1867  war  davon
die  Hälfte  eingezahlt.  Sie  macht  Diskontund
  Depositengeschäfte  und  darf  Noten
bis  zum  Betrag  von  2,832,760  Milrciö
emittieren,  die  durch  eine  gleiche  Summe
von  StaatSschuldschcinen  sowie  durch
Aktien  der  vom  Staat  subventionierten
Eisenbahnen  garantiert  werden.  Die  Bank
von  Maranhão,  1859  mit  einem  Kapital
von  1  Mill.  Milreis  gegründet,  darf  unter
denselben  Garantien  Noten  bis  znm  Betrag ­
  von  513,000  Milreis  emittieren.
Außer  diesem  Papiergeld  cirkulierte  noch
seit  1829'ein  uneinlösbares  Staatspapiergeld ­
  (1879:  513  Mill.  Mk.  neben  61  Mill.
Mk.  der  drei  Banken).—Das  Handelsrecht ­
  (1850  eingeführt)  basiert  auf  dem
spanischen  und  vorzugsweise  auf  dem  portugiesischen. ­
  Der  Wechselstempel  beträgt ­
  für  alle  Handelseffcktcn,  welche  vom
Ausland  kommen,  nur  die  Hälfte  desjcni-
            
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