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jametes Sempo eintreten würbe. BepüfS tf)unüd)ftet Wcrminbe,
mng der Transportkosten sollten die Staatseisenbahnen und die
Marine die erforderlichen Transportmittel gegen mäßige Miethweise
zur Verfügung zu stellen verpflichtet werden.
Kein Volk der Erde ist zur Gründung von Colonien so ge
eignet als das Deutsche und es wird damit ebenso prosperiren wie
die Engländer und Holländer, sobald es nur bereit Beispiele folgt,
indem es die sich vorfindenden Landeseinwohner human behandelt,
denselben ihre Sprache und Religion läßt, sie möglichst selbstständig
stellt und gegen feindliche Angriffe schützt, sie zur Urbarmachung
anleitet, Wege und Eisenbahnen baut, mit ihnen verträglich und
friedfertig lebt, sie wohlhabend macht, sie auel) nach und nach, so
bald sie sich dazu qualisiciren und es ohne Gefährdung der An-
siedelungen geschehen kann, zu den Staats- und Gemeindeämtern
zuläßt. Diesen Colonien würde eine der Unabhängigkeit beinahe
gleichkommende Autonomie zuzugestehen und dem Mutterlande nur
die Besetzung der Spitzen der Behörden, insbesondere der Gonverneure
und Bezirkspräsidenten, wozu juristisch vorgebildete und im Ver
waltungsfache tüchtige Persönlichkeiten auszuersehen wären, vor
zubehalten sein.
Ilm zwischen dem Mutterlande und den künftigen Colonien
eine im beiderseitigen Interesse liegende wirthschaftliche und nationale
Verbindung bleibend zu erhalten, dürfte es sich empfehlen, daß die
Reichsregierung in den Ländern, wo Ackerbancolonien gegründet
werden sollen, sich durch Verträge einen möglichst großen Land-
complex unter der Bedingung reserviren ließe, daß der Kaufpreis
dafür in Zeitraten nach Maßgabe des Bedarfs an Land für
die deutschen Ansiedler berichtigt und dann das käuflich erworbene
Land den Einwanderern nach ihrer freien Wahl in Zeit- ober ab
lösbare Erbpacht giebt.
Um ganz unbemittelten Personen die Auswanderung nach
solchen Colonien zu erleichtern, könnte die Reichsregierung für ihre
Ueberfahrt und ihren Unterhalt während der ersten Zeit des Aufent-