Full text: Der Zukunftsstaat und die Lösung der socialen Frage

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Eingangszoll, welcher sich entweder als ein rein finanzieller oder 
als ein volkswirthschaftlicher charakterisirt. Durch ersteren sollen sich 
dem Staate Einnahmequellen erschließen und es werden damit vor 
zugsweise solche Gegenstände belegt, welche im Jnlande gar nicht 
producirt werden können, während der andere den Zweck hat, die 
inländische Production gegen eine erdrückende ausländische Con- 
eurrenz zu schützen, ihre Lahmlegung und somit einen fortwähren 
den, allmählich zur Volksverarmung führenden Geldabfluß zu vcr- 
hinderu. 
Die Verfechter der beiden einander ausschließenden wirthschaft- 
lichen Richtungen — des Freihandels- und des Schutzzolls — sind 
in einem großen Irrthum befangen, wenn sie ihre persönlichen 
Anschauungen als das allein richtige Resultat der Erfahrungen 
halten. Diese ergeben vielmehr, daß keines der beiden Systeme 
für alle Zeiten und unter allen Umständen das alleiit richtige ist. 
sondern bald das eine, bald das andere, je nach Lage der wirth- 
schaftlichen und socialen Verhältnisse zur Anwendung kommen muß, 
wenn nicht das Staats- und Volksintcresse auf das empfindlichste 
geschädigt werden soll. Dieser vernünftigen Ansicht, welche von den 
bedeutendsten National-Oeconomen, als: Fried. List, Charles Carrey, 
Wilh. Roscher, Carriere u. A. getheilt wird, verschließen sich jedoch 
leider ganze Fraktionen unserer parlamentarischen Körperschaften; 
sie sind unfähig, sich auf einen objectiven Standpunkt zu stellen, 
sondern urtheilen lediglich nach politischen Grundsätzen. 
Welche enormen Verluste aber eine unzeitige ausschließliche 
Anwendung eines der beiden Wirthschaftssysteme einem Lande bringen 
kann, lehrt die durch die fieberhafte parlamentarische Thätigkeit von 
Lasker, Bamberger u. Gen. ins Leben gerufene Freihandelsära; 
denn während ihrer fast siebenjährigen Dauer wurden im Ganzen für 
gegen achttausendMillionenMark Produkte aller Art mehr 
nach dem deutschen Reiche eingeführt, als von da ausgeführt, das 
selbe war also um diese kolossale Summe in wenigen Jahren ärmer 
geworden. Noch einige solche Freihandelsperioden und das deutsche
	        
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