Full text : Der Zukunftsstaat und die Lösung der socialen Frage

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schweig  einstimmig  zum  Vercinspräsidenten  erwählt  und  in  Folge
seiner  anläßlich  der  ihm  von  Liebknecht,  Bebel  und  v.  Hochstetten
in  der  Generalversammlung  in  Basel  am  28.  März  1869  beigebrachten ­
  Niederlage  an  das  souveräne  Arbeitervolk  gerichteten  Appellation ­
  ward  er  in  einer  Urversammlung  nicht  allein  fast  einsttmmig
abermals  zum  Präsidentcu  gewählt,  sondern  es  wurden  auch  Liebknecht ­
  und  Bebel  für  unwürdig  erklärt,  jemals  wieder  in  einer
Arbcitcrversammlnng  zu  erscheinen,  v.  Schweitzers  letzter  Triumph
erfolgte  in  der  Generalversammlung  zu  Berlin  am  18.  Januar  1870,
indem  er  sämmtliche  Gewerkschaften  zu  einem  allgemeinen  Arbeiterunterstützungsverband
  vereinigte.  Er  trat  Ende  März  1871  von
der  Leitung  des  neuen  Vereins  mit  der  Ueberzeugung  zurück,  daß
auf  treue  Anhänglichkeit  einer  Partei  von  Arbeitern  an  ihre  Führer
nicht  zu  rechnen  sei.  Bereits  am  30.  April  1871  ließ  er  die  von
ihm  gegründete  periodische  Zeitschrift  „den  Socialdemokraten"  und
„den  Agitator"  eingehen,  v.  Schweitzer  war  ein  außerordentlich
begabter  und  kenntnißreicher  Mann;  dabei  besonnen  und  positiv,
sah  er  die  Dinge,  wie  sie  in  Wirklichkeit  waren;  da  er  zugleich  eine
unglaubliche  Geduld  und  Zähigkeit,  die  durch  keinen  Mißerfolg,
durch  keine  Niederlage  zu  beugen  oder  gar  zu  brechen  war,  besaß,
so  war  er  gewiß  der  Mann,  den  seine  Partei  im  gegebenen  Momente
  nöthig  hatte.  Er  war  im  Grunde  keine  gemeine  und  unedle
Natur;  er  erstrebte  wie  Lassalle  aufrichtig  eine  günstigere  Lage  des
Arbciterstandes  und  setzte  dabei  gleichfalls  seine  Hoffnung  auf  den
Preußischen  Staat.
Liebknecht  und  Bebel  gründeten  nach  ihrer  Ausstoßung  aus
dem  Allgemeinen  deutschen  Arbeiterverein  bereits  am  7.  August  1869
zu  Eisenach  mit  den  von  Schweitzer  abgefallenen  Mitgliedern  der
Genfer  Section  der  Internationale,  sowie  mit  den  österreichischen
und  schweizerischen  Arbeitervereinen  die  social-demokratisch-internationale
  Arbeiterpartei  mit  262  Delegirten  und  stellten  folgendes
Programm  auf:
            
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