Full text : Der Zukunftsstaat und die Lösung der socialen Frage

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3.  Der  Freihcits-  und  Selbstständigkcitsdrang.
Eine  der  größten  und  am  schwersten  zu  überwindenden  Schwierigkeiten, ­
  mit  welchem  ein  kommunistisches  Staatswesen  zu  kämpfen
hätte,  würde  das  Freiheitsgefühl  oder  der  Drang  im  Menschen
nach  persönlicher  Selbstständigkeit  darbieten.  Wenn  auch  die  Menschen
  nicht  absolut  unfähig  fiir  ein  communistisches  Staatsleben
sind  und  wir  ja  bei  fast  allen  Völkern  des  Alterthums  und  gegenwärtig ­
  noch  bei  wilden  Indianer-  und  Negerstännnen  in  Folge  des
Ileberganges  vom  Nomadenthum  in  feste  Ansiedelung  Anfänge  von
Gütergemeinschaft,  namentlich  an  Grund  und  Boden  finden,  so  erscheint ­
  dieselbe  doch  nur  als  die  erste  Grundlage,  auf  welcher  sich
nach  und  nach  ein  geordnetes  Staatswesen  aufbaute,  welches  sich
dann  bei  allen  Culturvölkern,  wie  uns  deren  Geschichte  lehrt,  mit
der  Cultur  gleichmäßig  entwickelte  imb  stets  zur  Auflösung  der  bisherigen ­
  Gütergemeinschaft  führte,  die  also  nirgends  hat  Stand
halten  können.
4.  Der  Drang  nach  Berufsfrei  heit.
Der  jedem  Menschen  innewohnende  Drang  nací)  persönlicher
Selbstständigkeit  fordert  zunächst  die  Freiheit,  sich  zu  beschäftigen
und  seinen  Unterhalt  zu  verdienen,  wie  man  will,  d.  h.  die  Bernfsfrciheit.

Allerdings  arbeiten  auch  heute  die  meisten  Arbeiter  nicht  freiwillig,
  sondern  unter  dem  theilweise  recht  harten  Drucke  der  Nothwendigkeit, ­
  aber  sie  fügen  sich  in  Folge  eines  Vieler,  selbst  unbcrvußten
  Selbstständigkeitsgefühls  lieber  der  Nothwendigkeit,  als  beni
Zwange;  sie  verrichten  williger  schwerere  Arbeit  in  der  Freiheit,
als  leichtere  hinter  Kerkermauern.  Der  Bediente,  der  Portier  fühlt
sich  trotz  seiner  sorgenfreien  und  behaglichen  Stellung,  ungeachtet
einer  humanen  Behandlung  Seitens  seiner  Dienstherrschaft,  und
wenn  ihm  auch  nur  leichte  Arbeiten  und  Verrichtungen  obliegen,
doch  nur  selten  zufrieden,  er  beneidet  selbst  den  im  harten  Kampfe
ums  Dasein  ringenden  Arbeiter,  weil  dieser  wenigstens  in  seinen
            
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