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zugemuthet, diese ist eine so seltene Tugend, daß sie meist nur von
Willensstärken, charakterfesten und ehrenhaften Männern geübt wird.
Am wenigsten wird sic sich aber bei einer Jugend sinden, welche
in den jede göttliche und staatliche Autorität untergrabenden Grundsätzen
der heutigen Socialdemokratie erzogen ist. Gerade diese würde
in ihrer Zuchtlosigkeit weit entfernt sein, sich dem Berufszwange
zu fügen. Während sonach die Staatsleitung aus Staatsraison
am Principe des Berufszwanges festhalten müßte, würde von
der Staatsbürgerschaft der Durchführung dieses Princips ein so
gewaltiger Widerstand entgegengesetzt werden, daß trotz einer
Schreckensherrschaft der neue Staat sehr bald wieder äus den
Angeln gehoben würde.
5. Der Drang nach Bedarfsfreiheit.
Eine andere Art von Freiheit wäre hier noch zu erwähnen,
an welcher der Mensch gleichfalls mit aller Zähigkeit festhält und
solche sich nicht nehmen oder verkümmern lassen will, das ist die
Bedarfsfreiheit. Der österreichische Minister a. D. Dr. A. Schaffte,
obgleich die Socialdemokraten ihn als ihren Anwalt ansehen, sagt
in seiner Broschüre „Die Quintessenz des Socialismus" u. A.:
„Die Freiheit der Bedarfsbcstimmung ist unzweifelhaft die unterste
Grundlage der Freiheit überhaupt. Würden die Lebens- und Bildungsmittcl
von außen her und einem Jeden nach einem Bedarfsschema
zugemessen, so könnte Niemand nach seiner Individualität
uud Neigung leben und sich ausbilden; es wäre der Brotkorb der
Freiheit beseitigt. Wollte aber der Socialismus die persönliche
Freiheit der Bedarfsbcstimmung aufheben, so wäre er freiheitsfeindlich
und aller Gesittung entgegen." Der Trieb nach persönlicher
Freiheit im Menschen ist jedoch so mächtig und dieser für
ihn so werthvoll, daß er ihm selbst für die größten Vortheile,
welche der künftige Communcstaat bieten könnte, nicht feil wäre
und letzterer daher mit dem Freiheitsdrange niemals fertig werden
würde. Mit diesem Drange nach Freiheit und der damit ver-