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sie raubten sie selbst und verkauften sie als Sklaven in die Fremde. An
diesem schmählichen Handel beteiligten sich die Schiffe aller Nationen und
Konfessionen, und fromme Geistliche gaben dazu ihren Segen.
Zuerst hatte sich der Handel hauptsächlich mit den Erzeugnissen des
Handwerks befatzt. Naturprodukte spielten keine große Rolle, da ihr Trans
port über Land zu schwierig und kostspielig war. Eisenbahnen gab es nich-,
und die Straßen waren in dem elendesten Zustand, und dazu kam eben noch
die Unsicherheit, so daß nur Waren gehandelt werden konnten, die bei ver
hältnismäßig geringem Gewicht und Umfang möglichst hohe Preise erzielen
konnten. Als dann aber der Handel wuchs, fanden es die Kaufleute mit der
Zeit lästig, den Handwerkern ihre Ware erst abzukaufen, sie wollten sie lieber
selbst billiger und ganz nach ihren Handelsbedürfnissen herstellen lassen.
Die zünftigen Meister und Gesellen waren dazu nicht zu haben; aber die
Proletarier, die in die Stadt strömten und in den Zünften keine Aufnahme
fanden, die konnten nun von den Kaufleuten ans Werk gesetzt werden und
bald die zünftigen Handwerker unterbieten und dadurch zugrunde richten.
So wurde das alte Handwerk zum größten Teil durch die neue Manufaktur
erdrückt und verdrängt."
„Das ist ja ganz die Geschichte meines Großvaters", unterbrach mich hier
Karl. „Der wurde auch vom Möbelhändler ums Brot gebracht und mußte
dann noch selber für ihn arbeiten."
„Ja," erwiderte ich, „so ähnlich hat sich der Prozeß überall abgespielt.
Freilich, als die Sache einmal im Zug war, als man allgemein sah, wie
gewinnbringend man Geld in der Manufaktur anlegen konnte, da drängten
sich alle zu diesem Erwerbszweig, die verfügbares Geld hatten. Der Dorf
wucherer zwang nun seine Schuldner, für ihn zu arbeiten, und ebenso machte
es der städtische Hauswirt. Der hatte oft aus der Ausbeutung seiner Mieter
ein schönes Vermögen zusammengescharrt, und das konnte nun schön ange
wendet werden, um arme Teufel in ihrem eigenen Heim oder in großen
Werkstätten zur Arbeit zu setzen und auf diese Weise schöne Profite einzu
heimsen. Sobald einmal ein besitzloses Proletariat da war und man die Art
und Weise kannte, aus diesem Arbeit herauszuschlagen, die weit mehr ergab
als den Lohn dieser Arbeiter, seit dieser Zeit war jedes verfügbare Geldver
mögen als Kapital anwendbar, ja der Besitzer brauchte sich nicht einmal mehr
selbst mit der Ausbeutung der Arbeitskräfte zu bemühen, er konnte sein
Geld einem Industriellen leihen und den Gewinn mit diesem teilen. Er
erhielt die Zinsen von seinem Kapital, der Unternehmer behielt den Ge
winn, der darüber hinaus erzielt wurde.
So konnte der Glaube entstehen, daß das Kapital von selber Zinsen
trage, daß es aus eigener Kraft wachse; denn wer ein Kapital hat, der kriegt
auch ohne jede weitere Anstrengung die Zinsen. Aber das heißt nur, er
braucht sich nicht selbst anzustrengen. Wenn sich auch die Arbeiter in dem Be
trieb nicht anstrengten, dem er das Geld vorstreckte, dann kriegte er auch
keine Zinsen, dann bliebe das Kapital tot liegen."
„Aber man braucht doch nicht sein Geld einem Fabrikanten zu borgen,
um Zinsen zu bekommen," wandte hier Wilhelm ein. „Mein Vater hat unge
fähr 800 Mk. in der Sparkasse liegen, die sich von selbst verzinsen, und dann
hat er noch Staatspapier um 2000 Mk., und unlängst erst ging ich mit den
Zinsscheinen in eine Wechselstube und erhielt das Geld ohne weiteres aus
bezahlt. Da trägt doch das Kapital selber Zinsen? Oder kommen die auch
irgendwie aus der Arbeit?"