Full text : Der Zukunftsstaat und die Lösung der socialen Frage

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winnreicher  zu  machen,  sondern  auch  mit  der  Zeit  in  dessen  allcruigen
  und  schuldenfreien  Besitz  zu  kommen.  Wollte  man  also  das
Zinsennehmen  verbieten,  so  hieße  das  nichts  anderes,  als  alle  productiven ­
  Unternehmungen  lediglich  in  die  Hände  von  einigen  Tausend
Capitaliste»  legen,  also  dem  Capital  dienstbar  machen  und,  was
man  gerade  verhindern  wollte,  die  Ausbeutung  der  Arbeit  noch
mehr  fördern.
8.  Die  beabsichtigte  Abschaffung  der  Ehe  als  religiöser, ­
  politischer,  juridischer  und  bürgerlicher
Institution.
Auch  gegen  die  Familie  richtet  der  Socialismus  seine  Angriffe, ­
  weil  er  recht  wohl  weiß,  daß  sich  mit  ihr  keine  andere
Verbindung  an  Innigkeit  der  Empfindungen  und  Stärke  der  Interessengemeinschaft ­
  vergleichen  läßt,  daß  sic  der  Hort  und  die  Trägerin
des  reinen  Individualismus  ist,  der  erst  in  ihr  seine  vollständige
Entwickelung  findet  und  nur  wenig  Raum  für  Gemeinsinn  nach  dem
Wunsche  der  Socialdemokraten  läßt.  Um  nun  die  Familie,  seinen
Todfeind  zu  bekämpfen  und  womöglich  zu  vernichten,  sucht  der
Socialismus  deren  Fundament,  die  Ehe,  zu  untergraben  und  zu
diesem  Zwecke  scheint  ihm  die  Abschaffung  derselben  alv  politischer,
religiöser,  juridischer  und  bürgerlicher  Institution  als  wirksamstes
Mittel.  Es  wird  ganz  richtig  gefolgert,  daß,  sobald  der  Ehe  der
staatliche  und  religiöse  Schutz  entzogen  wäre,  ihrer  jederzeitigen
Wiederauflösung  also  keinerlei  gesetzliche  und  moralische  Hindernisse
entgegenstünden,  künftighin  nur  noch  solche  Ehebündnisse  von  Dauer
sein  würden,  welche  aus  wahrer,  auf  gegenseitiger  Achtung  beruhenden ­
  Liebe  geschlossen  werden,  oder  wenn  gegenseitige  Unentbehrlichkeit ­
  der  Ehegatten  oder  die  Liebe  zu  den  Kindern  das  Band  der
Ehe  gefesügt  hätte.  Daß  aber  dergleichen  Ehen  in  einem  Communestaate
  immer  seltener  werden  und  nach  und  nach  an  deren  Stelle
die  auf  der  Basis  der  freien  Liebe,  d.  h.  des  Sinnenrausches  geknüpften ­
  geschlechtlichen  Verbindungen  treten,  und  diese  dann  wieder
            
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