Full text: Der Zukunftsstaat und die Lösung der socialen Frage

33 
Verirrungen; wuchern diese aber mächtig empor, so ist dies ein 
sicheres Zeichen, daß das Heiligthum des Hauses gar vielfach zer- 
trümmert sein muß. Ist dies in gewissen Kreisen der Fall, nun 
so muß das Mögliche schleunigst zur Heilung dieses Schadens ge 
schehen ; denn das deutsche Familienleben mit seiner Liebe und Ord 
nung, mit seinem Fleiße und seiner Sparsamkeit ist das werthvollste 
Gut, welches wir von unseren Vorfahren der ältesten Zeit besitzen. 
Das Familienleben ist der Boden, in welchem ein besseres Staats 
leben in Deutschland emporwachsen kann. Darum sollen wir den 
^taat immer ansehen als einen Verein von Familien, nicht von 
einzelnen Personen, eine Ansicht, welche in dem ureigenen Geiste 
der germanischen Völker wurzelt und sich in den Einrichtungen ihres 
Erbrechtes offenbart. Ehe und Familie sind ja auch die unver 
siegbaren Quellen einer Fülle von Freuden, wie sie den Menschen 
ln keiner anderen Vereinigung inniger und reiner als in der Ehe 
und im Familienleben, insbesondere für die Eltern über eine ge- 
19 hampers, @#caimbWm#a%cranbei 
funden werden können. Deshalb werden Ehe und Familie in 
allen Volksschichten auch fernerhin von so starken und zuverlässigen 
Stützen umgeben sein, daß ekelhafte Wüstlinge und sittlich ver 
kommene Führer vergeblich daran rütteln, vielmehr sich bald davon 
überzeugen müssen, daß im Zukunftsstaate so wenig wie heute 
Neigung bei der Mehrzahl der Eltern vorhanden wäre, ihr eigenes 
Fleisch und Blut zu verleugnen und sich von ihren Kindern zu 
treuiien, um sie in Findelhäuser oder Kinderbewahrungsanstalten 
einsperren zu lassen. 
Da es ohne wirkliche Ehe keine Familie giebt, diese aber eine 
der wichtigsten Grundlagcii der Gesellschaft und des Culturfort 
schritts bildet, so kann und wird selbst in dem freiesten Staate die 
Oberleitung nicht bulben oder gestatten, daß die Wiedcrauflösung 
der Ehe in das freie augenblickliche Belieben der Ehegatten ge 
stellt werde, weil die heilloseste Unordnung und krasseste Unsitt- 
BI u m k, Zuknnfirftaat. o
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.