Full text : Der Zukunftsstaat und die Lösung der socialen Frage

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9.  Kampf  gegen  den  Glauben  an  ein  Dasein  Gottes
und  dessen  Unterstützung  durch  die  moderne
Wissenschaft.
Nicht  minder  heftig  und  hartnäckig  kämpft  die  Socialdemokratie
gegen  den  Glauben  an  ein  Dasein  Gottes  und  an  ein  Jenseits,  an
die  Unsterblichkeit  unserer  Seele;  noch  vor  Kurzem  hat  sie  in  ihren
Preßorgancn  mit  großer  Zuversicht  der  Hoffnung  Ausdruck  gegeben, ­
  daß  die  Arbciterbevölkerung  den  Himmel  diesseits  auffuchen
werde,  sobald  Gott  aus  ihrem  Gehirn  getrieben,  das  Gottesgnadenthum ­
  gefallen  und  der  Himmel  im  Jenseits  als  eine  große  Lüge
erkannt  worden  sei.  In  diesem  Kämpfe  wird  die  Umsturzpartei
sogar  von  Vertretern  der  modernen  Wissenschaft  und  der  sog.  Naturphilosophie ­
  eifrig  unterstützt,  indem  sie  unter  Zugrundlegung  der
beiden  veralteten,  höchst  verschwommenen  und  unklaren  Sätze:
1.  Die  Materie  genügt  zum  Dasein  sich  selbst,  sie  ist  das  Absolute, ­
  sie  ist  Alles;
2.  diese  Materie  hat  durch  die  Mechanik  ihrer  Theile  nach  ewig
in  ihr  wohnenden  Gesetzen  die  unendliche  Fülle  der  Naturformen ­
  bis  zum  Vernunft  entwickelten  Mcnschengchirn  hinauf
hervorgebracht  und  sie  bedarf  daher  keines  Schöpfers  und  Erhalters, ­

Lehrsystemc  errichtet  haben,  in  welchen  Gott  und  Unsterblichkeit  bei
Seite  geschoben  sind.
Beide  Sätze  oder  Voraussetzungen  sind  jedoch,  wie  bereits
längst  wiederholt  nachgewiesen  worden  ist,  durchaus  falsch  und
folglich  sind  auch  die  darauf  basirtcn  Lehren  nur  Irrlehren,  denn
a.  wenn  die  Materie  zum  Dasein  sich  selbst  soll  genügen
können,  so  müßte  ihr  doch  die  Fähigkeit  des  Denkens,  Wollens
und  Könnens  innewohnen;  sie  ist  aber  eine  aus  leb-  und
seelenlosen  Atomen  bestehende,  also  eine  todte  Masse  und  eine
solche  vermag  weder  zu  denken,  noch  zu  wollen,  noch  zu  können,
d.  die  Materie  ist  cttvas  einen  Raum  Ausfüllendes,  d.  h.  etwas
Körperliches,  etwas  Geschaffenes,  noch  nicht  vorhanden  Ge-
            
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