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Smßenommm werben. ScbeSbee bea%or#cütë unb berSßei=
vollkommnung in geistiger, moralischer unb socialer Beziehung würbe
nicht bem Geiste, sonbern lebiglich ber Materie zuzuschreiben sein;
Wissenschaft unb Beruf in Staat unb Kirche wäre nicht mehr ein
Ergebniß des bewußten freien Denkens, Fühlen unb Wollens, auch
nicht mehr bas Resultat ebler Bestrebungen ber Humanität, bei
Sittlichkeit, sonbern bas Probuet ber Materie. Ja, biese besäße
nunmehr alle Weisheit an unb für sich, ohne einen Zweck einer
höhern Weltorbnung zuzulassen. Die Macht bes freien Geistes,
btc schöpferische That, ber höhere Schöpfer wären als Täuschungen
beseitigt.
Der Jenaer Herr Professor ober vielmehr einige seiner An
hänger, doch wohl erschreckt burch bie entsetzlichen unb beit Menschen
entwürbigenben Consequenzen seiner Entwickelungstheorie und weil
sie auch einsehen mußten, baß die seelischen Vorgänge als Wirkungen
mechanischer Ursachen nicht erklärt werben konnten, nahmen nun an,
baß, da man bei den aus belebtem Schleim (Urzelle) bestehenden
Infusorien, Aeußerungen des Seelenlebens, als: Bewegung, Em
pfindung, Willen und sogar Vorstellungen (?) finde, das Seelen
leben also an die Urzelle gebunden und diese llrzelle wieder aus
Atomen zusammengesetzt sei, jedes dieser Atome eine ^eele haben
müsse. Durch die beiden Elementarfunetionen lMmpsindung unb
Bewegung der Atome) baue sich dann in unendlich mannigfaltiger
und verwickelter Verbindung alle Seelenthätigkeit auf, als: Hassen,
Lieben, Anziehung, Abstoßung, Bewußtsein. Gedankenbildung rc.
Aber auch mit dieser erneuerten und veränderten Auflage der
monistischen Entwickelungslehre ist ebensowenig die Atomseele, wie
die Seele des Menschen selbst erklärt; es wird dadurch auch nicht
klar, wie aus dem Zusammenwirken und den Bewegungen einer
Anzahl von Kohlenstoff-, Wasserstoff-, Stickstoff- und Sauerstoff-
Atomen Bewußtsein entstehen kann. Ueberdies kann dadurch, daß
den Atomen eine Seele zugeschrieben wird, weder das Bewußtsein
überhaupt erklärt noch für die Erklärung des einheitlichen Bewußt-