43
Max Muller vertritt Darwin gegenüber den Standpunkt, daß die
Sprache den specifischen, durch keine Affenthcorie zu hebenden
Unterschied zwischen Mensch und Thier bilde. Hierher gehört auch
die treffende Antwort Müllers auf den Einwand der Darwinianer,
„daß es Wilde gebe, deren Sprache nicht besser sei. als das Glucksen
der Hühner oder das Zwitschern der Vögel, und die in vielen
Punkten tiefer ständen, als die höheren Thiere." Die Antwort
lautet: „Nun gut, angenommen es sei so, so steht nichts dcsto-
wcniger fest, daß, wenn man ein neugebornes Kind dieser glucksenden
und zwiffchcrnden Eltern wegnimmt und es mit Kindern der höchst
gebildeten Nationen aufzieht, dasselbe deuffch, französisch, englisch
sprechen lernt wie ein deuffches, französisches oder englisches Kind.
Man mache denselben Versuch mit dem Säugling eines der höchst-
gebildeten Thiere, zweifüßig oder vicrfüßig, und er wird mißlingen.
Hier ist ein Factum, das entweder durch Experimente widerlegt oder
von den Darwinianern erklärt werden muß."
Zur Vervollständigung der Beweise von der Unwahrheit der
darwinistischen Schöpfungslehre möge noch Folgendes angeführt
werden:
1. Der Darwinismus sucht das Unfaßbare vom Dasein Gottes
und seiner Schöpfungen durch den inhaltslosen Begriff „Ur-
natur" oder schlichtwcg „Natur" zuzudecken. Auf die unum
gängliche Frage: woher kommt der Stoff? begnügt er sich
mit der nichtssagenden Antwort, er erkenne keine dem Stoffe
vorangehende Kraft an. Er bleibt aber nicht einmal bei der
Anschauung der puren Naturwissenschaft, d. h. nur die durch
Beobachtung und Wahrnehmung erkannten Thaffachcn zum
Untersuchnngsgegenstandc zu machen, consequent stehen, sondem
führt statt dessen vage, unbegründete, auf keine Thatsachen ge
stützte, ausgeklügelte Theorien, z. B. die Zuchtthcorie, den
Kampf ìlms Dasein u. s. w. ins Feld.
2. Ebensowenig vermag der Dartvinismus auf die Frage, woher
der erste Anstoß der Bewegung kommt, welcher der aus Stoff-