Full text: Der Zukunftsstaat und die Lösung der socialen Frage

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Nun könnten und würden wahrscheinlich auch die Gewalt 
haber im neuen Staate einstweilen davon Abstand nehmen, 
sofort und mit einem Schlage alle privaten Productions- 
gcschäfte in öffentliche Wirthschaftsämter zu verwandeln, sondern 
sich damit begnügen, nach und nach einen Zweig nach dem 
andern zu Soeialcapital und Socialarbeit zu machen und zwar 
zunächst den dem Großbetriebe angehörenden Theil der natio 
nalen Prvduetionszweige zu einheitlichem Productionskörper 
unter staatlicher Leitung zu gestalten. 
Höchstwahrscheinlich würden dann nicht nur die Groß 
industriellen, die zunächst ihren Geschäftsbetrieb aufgeben 
müßten, sondern auch die Mehrzahl der kleineren Fabrikanten 
und Gewerbetreibenden, gewiß aber sämmtliche Haus- und 
Grundbesitzer, denen über kurz oder lang ein gleiches L00S 
bevorstände, sowie auch alle Diejenigen, welche ctlvaS erspart 
haben oder zu ererben hoffen, sich sehr bald zu einem Schutz- 
und Trutzbündnisse vereinigen und von durch Geld leicht an 
zuwerbenden weitern Streitkräftcn unterstützt, dem jungen 
Ştaate binnen kurzem ein jähes Ende bereiten; wehe dann den 
Rädelsführern! 
4. Die Socialdemokratie hat ja seither unausgesetzt mit einem 
wahren Fanatismus gegen jede göttliche und weltliche Auto 
rität gekämpft und ihre Anhänger zu erbitterten Feinden der 
selben selbst herangebildet. Wie können da die Gewalthaber 
des ZukuuftSstaateS von diesen Feinden jeder Autorität er 
warten oder es ermöglichen, daß sie nun von ihnen respectirt 
werden und ihren Anordnungen unbedingt Folge geleistet werde? 
Gutwillig gewiß nicht, also mittelst Zwangsmaßregeln. Diese 
müßten so lange fortgesetzt werden, bis das ganze Bolk völlig 
mürbe und fügbar gemacht worden wäre. Wo aber die zur 
Durchführung der nöthig werdenden Zwangsmaßregeln geeig 
neten Werkzeuge finden? In den Reihen der Opponenten 
gewiß nicht; vielleicht durch Heranziehung von getreuen und
	        
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