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Die Kinderarbeit in den Fabriken harrt in den meisten
Staaten der Union noch der gesetzlichen Regelung. In den
Südstaaten arbeiten nach zuverlässigen Schätzungen in den
Textil-Fabriken ungefähr 20 000 Kinder unter 14 Jahren.
Aus Nord-Carolina wird amtlich berichtet, daß dort 7605
Kinder unter 14 Jahren in 261 Fabriken beschäftigt sind;
ähnliches ist der Fall in Süd-Carolina, Georgia und Alabama,
mit dem Unterschied, daß ein großer Teil der dort beschäf
tigten Kinder noch nicht einmal das zwölfte Lebensjahr
erreicht hat. Und diese Kinder arbeiten oft 11—12 Stunden
den Tag.
Für die in den Fabriken vorkommenden Unfälle der
Arbeiter sind die Arbeitgeber nur insoweit verantwortlich,
als ihnen eine Schuld durch mangelhafte Einrichtungen
nachgewiesen werden kann. Im übrigen gelten für der
artige Unfälle nur die Bestimmungen des gemeinen Rechts;
die Partei, die den besten Anwalt hat, wird entweder die
geringste Entschädigung zahlen oder die höchste erhalten.
An der Spitze der Arbeiter-Organisation des Landes
steht, gleichsam die Arbeiter-Bundesregierung bildend, die
„American Federation of Labor“, deren Präsident, Sekretär
und Schatzmeister in Washington ihren Sitz haben. Prä
sident ist seit der Begründung der frühere Zigarrenarbeiter
Herr Gompers, ein Mann von ungewöhnlichen Organi
sationsgaben, dem ich über Aufbau und Ausgestaltung der
Federation manchen Aufschluß verdanke.
In der „American Federation of Labor“, zu der die
„National and International Trade Unions“ als Berufsver
bände, die „State Federations of Labor“ als Staatsverbände,
die „City Central Labor Unions“ oder „Central bodies“ als
Zentral-Stadt-Verbände, mit zwei weiteren Unterabteilungen,
den „Local Trade Unions“ (Gewerkschaften) und den
„Federal Labor Unions“ (gemischte Arbeiterschaften), ge