Full text : Preußisches Landbuch

183

Franckesche  Stiftungen  zu  Halle.
von  dem  Pastor  August  Hermann  Fraucke  zu  Glauchau  vor  Halle
(t  1797)  nach  dem  Grundsätze  des  Psalmisten:  „Unsere  Hülfe  steht
im  Namen  des  Herrn,  der  Himmel  und  Erde  gemacht  hat",  begonnen
und  theilweise  von  Andern  fortgesetzt.  Dieselben  bestehen  zur  Zeit  aus
neun  Schulen:  dem  Pädagogium,  der  lateinischen  Hauptschule  der
Real-Schule,  der  Bürger-,  der  Parallel-,  der  höheren  Tochter-'  der
Bürgertöchtcr-Schule,  der  Knaben-,  der  Mädchen-Freischule,  und  aus
drei  Erziehungs-Anstalten:  dem  Waisenhause,  dem  Pensionat  des  Pädagogiums ­
  und  der  für  die  lateinische  Hauptschule  und  die  Real-Schule
gemeinsam  bestehenden  Pensions-Anstalt.  Die  Frank  eschen  Stiftungen
haben  ein  Vermögen  von  138,000  Thlr.  Kapitalien  und  beziehen  von
Grund-Eigenthum  jährlich  an  15,000  Thlr.;  andere  Einnahme-Quellen
sind  die  mit  der  Anstalt  verbundene  Apotheke,  Buchhandlung,  Erziehungs-Anstalten, ­
  Pensionate  rc.  Die  zur  Anstalt  gehörigen  Gebäude
haben  einen  Werth  von  mehr  als  300,000  Thlr.  und  es  wohnen  in
ihnen  an  700  Personen.  Bei  der  lateinischen  Hauptschule  das  Diecksche
9egat  von  4000  Thlr.  zu  Universitäts-Stipendien,  und  die  vom  Rektor
Jänichen  1711  gegründete  Wittwenkaffe,  zur  Zeit  mit  einem  Vermögen ­
  von  14,000  Thlr.  S.  Waisenhaus  zu  Halle,  Eaufteinsche
Bibel-Anstalt  rc.
Franksche  Stiftung  zu  Potsdam
Der  Hof-Apotheker  Joh.  Ferd.  Frank  (+  1830)  vermachte  zur  Stiftung ­
  vou  Sonntags-Schulen  7700  Thlr.  Das  Kapital  vergrößerte
sich  in  der  Folge  und  da  die  Sonntags-Schulen  sich  in  Potsdam  nicht
bewährten,  so  legte  man  eine  Anstalt  für  sittlich  v  erw  a  hrlo  se  te
Kinder  an,  zu  welcher  die  Stadtverordnete«  aus  Kommunal-Mitteln
2000  Thlr.  bewilligten.  —  Im  Laufe  der  Zeit  vergrößerte  sich  der
Fonds  durch  allerlei  Zuwendungen  und  1842  betrug  er  24,000  Thlr.;
die  Anstalt  erhielt  ein  Statut  und  die  beschränkten  Korporations-Rechte!
Nach  dem  Statute  ist  der  Zweck  der  Anstalt  1)  Aufnahme  und  Erziehung ­
  von  Vater-  oder  mutterlosen  Waisen  oder  auch  solchen  Kindern,
deren  Eltern  zwar  noch  am  Leben,  die  aber  wegen  längerer  und  ge-'
fährlicher  Krankheit,  oder  wegen  Versunkenheit  in  grobe  Laster,  oder
als  Verhaftete  ganz  ungeeignet  sind,  den  Zweck  der  Erziehung'ihrer
Kinder  zu  erreichen;  2)  Aufuahmc  jugendlicher  Verbrecher  unter  14
fahren  zur  Korrektion.  Die  Stiftung  wird  von  einem  besonderen  Kuratorium ­
  unter  dem  Vorsitz  beb  Oberbürgermeisters  verwaltet.  Einen
weiteren  Zuwachs  erhielt  das  Vermögen  derselben  im  Jahre  1841
durch  ein  Lermachtillß  vo,i  2000  Thlr.  der  Rentier  Richterschcn
Eheleute.  3m  3a  ire  (>2  betrug  bei  einem  Kapitalstock  von  31,000
Thlr.  die  eigene  Einnahme  der  Anstalt  etwa  1900  Thlr.,  die  Ausgabe
3500  Thlr.,  so  daß  es  eines  Kommunal-Zuschuffes  von  1400  Thlr.
bedurfte.  Die  Zahl  ia  Zöglinge  betrug  47,  welche  in  3  Sitten-Klaffen
  getheilt  warn,.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.