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Zu diesen Stiftungen trat 1849 ein Legat des Rentier Hübner
von 1000 Thlr., dessen Zinsen zur Unterstützung der aus dem Waisen
hause entlassenen Kinder, behufs ihres bessern Fortkommens dienen.
Noch ist mit dem Waisenhausc verbunden das „Bürger-Waisen-Jnstitut".
Dieses bezweckt die Erziehung von drei ehelich gcborncn Waisenknaben,
deren Vater Bürger gewesen sind, und die demnach auch ein mit der
Bezeichnung „Bürger-Waisen-Institut" versehenes Schild am Arme
3W 3.#ut ist Mt 1810 mit bem 8nebri4*,%BaWaufe
veremlgt und hatte lm Jahre 1860 ein Kapital von 4k 00 Thlr.
FriedrichS-WerdersckeS Gvklmasium zu Berlin.
Ein städtisches Institut, 1681 begründet und 1791 in das Fürstenhaus
(Werderschcn Markt 7) verlegt. 10 pCt. Freistellen, Zahlungen aus
der Kommunitäts-Kaste zu Freitischen (190 Thlr. jährlich). — Wittwen-
kasie, im Jahre 1714 mit Hülfe eines Bermächtnisies von 200 Thlr.
begründet, welches der Geh.-Rath v. Flemming für diesen Zweck
ausgesetzt hatte. Die Kaste hat den Zweck, den Hinterbliebenen der
Theilnehmer (des Direktors und der ordentlichen Lehrer) sogleich nach
deren Tode eine einmalige und demnächst auch fortwährende Unter
stützung zu sichern. Wittwen sollen in der Regel an fortlaufenden
Unterstützungen jährlich 100 Thlr. erhalten, doch kann dieser Satz er
höht werden. Eintrittsgeld 16 Thlr., jährlicher Beitrag 4 Thlr. Die
Verwaltung der Kaste, welche bereits im Jahre 1850 ein Vermögen
von 18,500 Thlr. hatte, wechselt unter den Teilnehmern, die Aufsicht
hat der Magistrat, die Oberaufsicht das Provinzial-Schulkollegium. —
^gi. Brumbey, Pülz, Wackenrodcr, Witte, Jonas, Bethge, Falbe rc.
Friedrich-WilhelmS-Anstalt für Arbeitsame zu Berlin,
begründet im Jahre 1840, verdankt sie ihre Entstehung der verewigten
Kaiserin Alexandra von Rußland, welche 40,000 Thlr., die sie aus
dem Nachlaß ihres Vaters, Königs Friedrich Wilhelm HI., erbte,
dazu schenkte und zugleich bestimmte: Leuten, die durch Unglücksfälle,
Krankheit, auch wohl verbüßte Vergehen arbeitslos geworden sind, nach
Maßgabe ihrer Fähigkeiten, Kräfte und ihrer Arbeitswilligkeit Beschäf-
Ugung zu geben. Die Stiftung wird als eine Anstalt der Stadt
Berlin durch ein Kuratorium unter Oberaufsicht des Magistrats ver
waltet. Die Rückzahlung der gewährten Darlehne ist auf monatlich
2 ^>gr. pro Thaler der Darlehn-Summe normirt. Stamm-Vermögen
Ende 1860 48,250 Thlr. Bis zum 1. Januar 1861 waren über
haupt 89,165 Thlr. Darlchnc an 3062 Personen gegeben worden,
durchschnittlich also 30 Thlr. an jede Person. Hierauf waren bis zum
I. Januar 1861 66 pEt. zurückgezahlt, 19 pCt., als uneiuzichbar an
zusehen, und 15 pCt., noch einzuziehen. Unter den Darlehns-Empfän-
gern stehen der Zahl nach die Schneider oben an (359) ; von den
Schuhmachern sind 349 berücksichtigt, von den Tischlern 227, von den
Gebern 102. Der im Jahre 1864 + Rentier Papenguth setzte
der Anstalt ein Legat von 200 Thlr. aus.