Anstalt zur Rettung gefallener Personen und zur Erziehung verwahrloseter
Kinder weiblichen Geschlechts in St. Mauritz bei Münster,
im Jahre 1850 in der Bauerschaft Kemper begründet und unter Lei
tung einer Genossenschaft des Ordens unserer lieben Frau vom guten
Hirten (s. d.) stehend. Die aufgenommenen Frauenzimmer sollen an
ein sittliches und arbeitsames Leben gewöhnt und dadurch in den Stand
gesetzt werden, später ihr Brot auf eine anständige Weise zu verdienen.
Die Anstalt nimmt sich ihrer auch noch nach der Entlassung an, in
dem sie ihnen nöthigen Falls behülflich ist, ein angemessenes Unterkom
men zu finden. Die Anstalt hat unterm 16. September 1853 die be
schränkten Eorporations - Rechte und im Jahre 1859 von der verw.
verstorbenen Frau Kaufmann Lucia Müller geb. Fryc Zuwendungen
im Werthe von 8000 Thlr. erhalten, in Folge dessen und unter Ver
wendung eines Königlichen Geschenks von 1000 Thlr. die Erweiterung
und die Verlegung der Anstalt auf ein anderes Grundstück stattgefun
den hat. Seit 1864 hat das Haus eine Kirche.
Anstalt zur Unterstützung verschämter Armen (Haspokath Ebjonim),
fi» Armen-Institut der jüdischen Gemeinde zu Berlin, welches den
Zweck hat, verschämte Arme der Gemeinde mit Brot und Holz zu
unterstützen. Die Verwaltung wird von Vorstehern und Afiessorcn ge
führt. Das Institut hatte im Jahre 1852 ein Vermögen von etwa
37,000 Thlr. Dazu kam u. A. ein Legat von Samuel Hirsch im
Betrage von 1350 Thlr.
Anstalt zur Verpflegung und Wartung unheilbarer Kranken in Köln,
Filial der Genossenschaft der Ordens-Schwestern zum h. Karl Borro-
mäus in Nancy und Trier. Die Anstalt wurde von der Wittwe de
Noel geb. v. Haupt, gegründet, welche das Haus ankaufte, einrich
tete und mit einem bedeutenden Legate der Armen-Verwaltung über
geben hat. Vgl. Marien-Hospital.
Anton,
Professor, Dr. theol. und cmeritirter Gymnasial-Direktor zu Görlitz,
überwies im Jahre 1860, in Erfüllung der Wünsche seiner verstorbenen
Tochter, der dasigcn Armenkasse ein Kapital von 100 Thlrn., dessen
Zinsen alljährlich am 24. Dezember an eine verschämte arine unbeschol
tene ältere Jungfrau gegeben werden sollen.
St. Antonius-Hospital zn Kleve,
ein katholisches Institut, das Kranke anderer Konfessionen nicht aus
schließt und Arme unentgeltlich aufnimmt. Verpflegt werden jährlich
2—300 Personen; die Leitung der Anstalt, welche Korporations-Rechte
und 18,000 Thlr. Kapital-Vermögen besitzt, ist barmherzigen Schwe
stern übertragen.
St. Antonius-Hospital zu Schöppingen (Ahaus).
In den Jahren 1854 und 1855 hauptsächlich durch die Bemühungen
eines der Ortsgeistlichcn mit einem Kostenanfwandc von 7000 Thlr.,
welche gänzlich durch freiwillige Gaben beschafft wurden, hergestellt.