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40,000 Thlr. gegründet worden. Sie ist zunächst evangelisch, schließt
aber die Kinder anderer Konfessionen nicht aus, sofern die sonstige Be
setzung der Stellen es gestattet. Die Anstalt erhielt 1861 unter
gleichzeitiger Bewilligung eines Konigl. Geschenks von 2000 Thlr. die
Rechte der juristischen Person. Die Verwaltung erfolgt nach einem
Statut von 1861 durch einen geschäftsführenden Ausschuß, in welchem
auch der Vorsteher und der Arzt Sitz und Stimme haben. Der
Johanniter-Orden hat mit einem Kapital von 1450 Thlr. eine Frei
stelle begründet; ein Theil der Bedürfnisse wird durch freiwillige Gaben
und Unterstützungen aus dem Polizei-Strafgelder-Fonds (s. d.) gedeckt.
Herbrttggensche Stiftung.
Von dem 1850 zu Essen f kathol. Pfarrer der St. Johannes-Kirche
Johann Heinrich Herbrüggen herrührend. Er setzte die Armen der
Gemeinden Altendorf, Frohnhausen, Holsterhausen und Schöiebeck in
der Pfarrei Borbeck, der Gemeinde Katernberg in der Pfarrei Schoppen
berg und der beiden katholischen Pfarreien in Esten zu seinen Uiüversal-
Erben (5000 Thlr.) ein. Von dem jährlichen Zinsen-Ertrage sollten
vorläufig nur 25 Thlr. jährlich für bestimmte religiöse Handlungen
und zur Vcrtheilung an wahre würdige und heimliche Armen, w:lche aus
keinem öffentlichen Fonds etwas beziehen und jenen Handlungen bei-
wohnen, verwendet, der Rest dem Fonds zugeschlagen wcrdea. So
bald dereinst die jährlichen Zinsen 200 oder 300 Thlr. bctrazcn, soll
einem sich zum geistlichen Stande vorbereitenden Jüngling aus der Fa
milie des Stifters ein Stipendium, auch kann zur Erlernung eines
Handwerks Einiges gegeben werden; der Rest ist noch weiter für geist
liche Handlungen und zur Vcrtheilung an die Armen, zumchst aus
der Familie des Stifters zu verwenden.
H errfort hsche Familien Stiftung,
von Hirsch Philipp Herr forth zu Berlin für Familieng ieder zur
Unterstützung und zur Ausstattung bestimmt. Kapital 5400 Thlr.
(Lisco S. 387.)
Herrmanns'Stiftung zn Wernigerode,
nach dem Tode des Erbgrafen Herrmann begründet. In dankbarer
Erinnerung an ihn brachten die Einsasten der Grafschaft 2550 Thlr.
auf und stellten das Kapital zur Verfügung der Wittwe, welche die
Zinsen alljährlich am Todestage ihres Gemahls (24. O'tober) an
würdige und bedürftige Frauen aus der Grafschaft, die im Laufe des
letzten Jahres in den Wittwenstand getreten sind, vertheilte. Es er
halten jährlich 10 bis 14 Wittwen je 5 Thlr.
Herrschaftliche Bedienten-Wittwenkaste zu Wernigerode.
1759 begründet. Die Mitglieder zerfallen nach den Beiträzen in fünf
Klassen; darnach sind (zur Zeit) die Beiträge auf jährlich 2f 5, 7{, 10
und 15 Thlr., die Pensionen auf 15—20, 30—40, 45—6), 60—80,
90—120 Thlr. abgemessen. Die Zahl der Thcilnehmer belief sich 1861
auf 45, 40, 30, 20, 15.