Full text: Preußisches Landbuch

294 
freiwilligem Austritt oder Verzichtleistung ouf die Beneficien werden 
die bis dahin verwendeten Kosten ans dem Vermögen oder dem Nach 
laß als Schuld zurückgefordert, jedoch ohne Abzug des Einzugsgeldeö, 
welches außerdem verfällt. Eheleute werden nur aufgenommen, wenn 
gleichzeitig zwei Stellen erledigt sind. Eine längere als sechsmonatliche 
Abwesenheit wird als Verzichtlcistung auf die Beneficien betrachtet. Im 
Jahre I860 betrug das Kapital-Vernlögcn des Hospitals 21,400 Thlr.; 
ausgenommen waren in demselben und in dem Hospital zu St. Georg 
69 Personen. Vgl. Otto, Rudel rc. 
Hospital zu St. Georg in Berlin. 
Ein altes Institut, das mit dem Hospital zum h. Geist gleiche Bestiin- 
ttlung hat und in der Verwaltung verbunden ist. In der neueren Zeit, 
namentlich durch Aufwendungen des Stadtraths Hollmann vergrößert. 
Hospital zu St. Gertraud in Berlin. 
um 1405 begründet, 1839 aus der Erbschaft von Hansson (s. d.) 
neu hergestellt. Die Zahl der Hospitaliten beträgt zur Zeit 64, 
wovon 34 im Hause und 30 außer dem Hause verpflegt werden. 
Aufnahme finden unter ähnlichen Bedingungen wie bei dem Hospital 
zum h. Geist, Männer und Frauen evang. Konfession. 1860 hatte 
die Anstalt außer dem im Jahre 1841 neu erbauten Hospitalgcbändc 
105,200 Thlr. Kapitalien. 
Hospital der Parochial Kirche zu Berlin. 
In seinem gegenwärtigen Zustande 1768 erbaut, zunächst aus einem 
Vermächtuiß des Predigers Dr. Jakob Elsucr (f 1750) im Betrage 
vou 8251 Thlr. Es enthält 15 Stuben, eben so viele Kammern, 
Küchen und Kellerverschläge. Zur Aufnahme haben die armen Mit 
glieder der Parochial-Gemeinde ein Vorzugsrecht; doch werden auch 
alte Personen aus anderen Gemeinden aufgenommen, sobald sie sich 
mit einer gewissen Summe (2—300 Thlr.) einlaufen können. Alle 
werden, wenn nicht ganz verpflegt, doch mit freier Feuerung, Erleuch 
tung, Krankenpflege, und jeder mit jährlich 44, die fünf ältesten mit 
56 Thlr. versehen. Kaufmann Papenguth (1797) und die Land- 
räthiu v. Selch ow (1801) bedachten das Haus mit Legaten, aus denen 
die Hospitaliten jährlich besondere Geschenke empfangen. 
Hospital zu Boronow (Lublinitz). 
Nach einer Urkunde vom 25. März 1686 vermöge Testaments der Frau 
Hedwig Salomen Freiin v. Kottulin, geb. Dzierzano wska, in der 
Nähe der dortigen Kapelle erbaut und mit 1200 Fl. botivi. Es wer 
den darin 5 Arme unterhalten, und die Gutsherrschaft hat über die 
Aufnahme zu bestimmcu. 
Hospital St. Andreas zu BramiSberg. 
Eine alte, aus Stiftungs-Fonds entstandene Anstalt, welche vom Ma 
gistrat unter Oberaufsicht der bischöflichen Behörde in Frauenburg ver 
waltet wird und jährlich im Durchschnitt 42 Hospitaliten zählt. Sie 
hat Ländereien und ein Kapital-Vermögen von 24,300 Thlr. ; jährliche
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.