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freiwilligem Austritt oder Verzichtleistung ouf die Beneficien werden
die bis dahin verwendeten Kosten ans dem Vermögen oder dem Nach
laß als Schuld zurückgefordert, jedoch ohne Abzug des Einzugsgeldeö,
welches außerdem verfällt. Eheleute werden nur aufgenommen, wenn
gleichzeitig zwei Stellen erledigt sind. Eine längere als sechsmonatliche
Abwesenheit wird als Verzichtlcistung auf die Beneficien betrachtet. Im
Jahre I860 betrug das Kapital-Vernlögcn des Hospitals 21,400 Thlr.;
ausgenommen waren in demselben und in dem Hospital zu St. Georg
69 Personen. Vgl. Otto, Rudel rc.
Hospital zu St. Georg in Berlin.
Ein altes Institut, das mit dem Hospital zum h. Geist gleiche Bestiin-
ttlung hat und in der Verwaltung verbunden ist. In der neueren Zeit,
namentlich durch Aufwendungen des Stadtraths Hollmann vergrößert.
Hospital zu St. Gertraud in Berlin.
um 1405 begründet, 1839 aus der Erbschaft von Hansson (s. d.)
neu hergestellt. Die Zahl der Hospitaliten beträgt zur Zeit 64,
wovon 34 im Hause und 30 außer dem Hause verpflegt werden.
Aufnahme finden unter ähnlichen Bedingungen wie bei dem Hospital
zum h. Geist, Männer und Frauen evang. Konfession. 1860 hatte
die Anstalt außer dem im Jahre 1841 neu erbauten Hospitalgcbändc
105,200 Thlr. Kapitalien.
Hospital der Parochial Kirche zu Berlin.
In seinem gegenwärtigen Zustande 1768 erbaut, zunächst aus einem
Vermächtuiß des Predigers Dr. Jakob Elsucr (f 1750) im Betrage
vou 8251 Thlr. Es enthält 15 Stuben, eben so viele Kammern,
Küchen und Kellerverschläge. Zur Aufnahme haben die armen Mit
glieder der Parochial-Gemeinde ein Vorzugsrecht; doch werden auch
alte Personen aus anderen Gemeinden aufgenommen, sobald sie sich
mit einer gewissen Summe (2—300 Thlr.) einlaufen können. Alle
werden, wenn nicht ganz verpflegt, doch mit freier Feuerung, Erleuch
tung, Krankenpflege, und jeder mit jährlich 44, die fünf ältesten mit
56 Thlr. versehen. Kaufmann Papenguth (1797) und die Land-
räthiu v. Selch ow (1801) bedachten das Haus mit Legaten, aus denen
die Hospitaliten jährlich besondere Geschenke empfangen.
Hospital zu Boronow (Lublinitz).
Nach einer Urkunde vom 25. März 1686 vermöge Testaments der Frau
Hedwig Salomen Freiin v. Kottulin, geb. Dzierzano wska, in der
Nähe der dortigen Kapelle erbaut und mit 1200 Fl. botivi. Es wer
den darin 5 Arme unterhalten, und die Gutsherrschaft hat über die
Aufnahme zu bestimmcu.
Hospital St. Andreas zu BramiSberg.
Eine alte, aus Stiftungs-Fonds entstandene Anstalt, welche vom Ma
gistrat unter Oberaufsicht der bischöflichen Behörde in Frauenburg ver
waltet wird und jährlich im Durchschnitt 42 Hospitaliten zählt. Sie
hat Ländereien und ein Kapital-Vermögen von 24,300 Thlr. ; jährliche