Full text: Preußisches Landbuch

m 
werden, daß fortwährend ein Sohn eines wohlverdienten bedürftigen 
technischen Forstbeamten, welcher wenigstens 18 Jahre alt ist und im 
Begriff steht, sich der Hähern sorstmäßigen Ausbildung als Oberförster 
theilhaftig zu machen und dazu fähig und würdig ist, solche zum Zweck 
dieser Ausbildung auf einen Zeitraum von höchstens vier Jahren be 
zieht. Mit dem Genuß dieser Unterstützung ist zugleich die Befreiung 
von Zahlung des Honorars für die Vorlesungen auf der Forstlehr- 
Anstalt zu Neustadt-Eberswaldc auf die Dauer des Cursus verbunden, 
welchen der Stipendiat zu seiner Ausbildung auf dieser Anstalt zu 
bringt. Das Kapital-Vermögen der Stiftung soll weder je vermindert 
noch durch Zinsen-Aufsammlung vermehrt werden; die Verwaltung des 
selben steht unter der oberen Leitung des Chefs der Forstverwaltung. 
Heinrich Laink, 
zu Grais, Kreises Ahaus, vermachte (1845) der dortigen Schule 200Thlr., 
deren Zinsen an die armen Schulkinder vertheilt werden. 
v. Lakinskische Stiftungen. 
Der 1845 zu Wongrowitz f Rittmeister v. Lakinski hatte letztwillig 
ausgesetzt: 1) 6000 Thlr., um ans den jährlichen Zinsen 6 junge 
Mädchen christlicher Religion aus der dienenden oder aus der ärmeren 
Bürgerklasse der Stadt jährlich ani 4. Oktober, als dem Namenstage 
des Verstorbenen, bei ihrer gleichzeitigen Verheirathung auszustatten. 
Die Stiftung sollte erst nach dem Tode der Schwester des v. 
Lakinski in volle Kraft treten. Die Mädchen werden vom Magi 
strat ausgewählt, welcher mit Verwaltung der Stiftung beauftragt ist; 
2) 500 Thlr. für das Hospital, deren jährliche Zinsen zur Verbesserung 
der Lage der Hospitaliten bestimmt sind; 3) 1000 Thlr. für den 
städtischen Schul-Fonds. Von den Zinsen soll das Lehrmaterial so 
wie die Fußbekleidung im Winter für ganz unbemittelte Schüler und 
Schülerinnen der Stadt angeschafft werden, v. Lakinski hatte ferner 
in seinem Testamente den Wunsch ausgesprochen, daß er — seit den 
90er Jahren auf den Schlachtfeldern gebildet und da ihm nicht ver 
gönnt gewesen sei, auf dem Felde der Ehre seine Ruhestätte zu 
finden — nicht auf einem gewöhnlichen Todtenacker, sondern auf einem 
den Schlachtfeldern ähnlichen Platze zur Erde bestattet werden, und daß 
in der Nähe seiner Grabstätte, wozu er sich einen zu der Domaine 
Laziska gehörigen Hügel auscrsehen, ein durch ihn mit Gehalt und 
Wohnung zu versehender Militair-Invalide von der Kavallerie 
wohnen möchte, um zugleich einem dem Könige und Vatcrlande treu 
gedienten Soldaten einen angemeffenen Unterhalt zu verschaffen und 
zu sichern. Zu diesem Zweck setzte v. Lakinski aus a) 2000 Thlr. 
zur fortwährenden Versorgung eines Invaliden; b) 1000 Thlr. um 
in der Nähe der Grabstätte den Neubau eines für den Invaliden be 
stimmten massiven Hauses nebst Vieh- und Holzstall, Brunnen rc. aus 
zuführen; c) 300 Thlr. zur Unterhaltung dieser Wohnung; ck) 600 Thlr. 
um aus den Zinsen den Kanon für den von dem Fiskus abzutretenden 
Bauplatz zur Jnvalidcn-Wohnung rc. zu decken. — Den Rest des
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.