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temi Falles ein Zuschuß vou der Höhe, daß ihr Gesammt-Einkommen
sich jährlich auf 150 Thlr. beläuft; ebenso den Söhnen und Enkeln
ihrer Geschwister, welche sich den Studien widmen und nicht zureichende
Mittel besitzen, für die Dauer ihrer Studienzeit, welche auf 4 Jahre
beschränkt worden ist, ein Stipendium von jährlich 200 Thlr. legirt
worden. Die Frage, inwieweit die genügenden Subsistenz-Mittel vor
handen sind, hat das Kuratorium (Borsitzender Bürgermeister Hede-
mann) im Sinne der Stiftung zu entscheiden. Noch vermachten die
Eheleute 9eo K ohtz der Stadt Goldapp eine jährliche Rente von
200 Thlr. zur Unterstützung bedürftiger Einwohner christlicher und
jüdischer Religion.
Leopold Stiftung zu Frankfurt a. O.
Zum Andenken des Herzogs Leopold von Braunschweig gestiftet. Am
Tage der Gedächtnißfeier (27. April) werden eine Anzahl (24) Kinder
der Garnison- (Leopold-) Schule vollständig neu bekleidet.
Leopoldinisch Karoliiiische Akademie der Naturforscher.
Ein seit mehr als 200 Jahren bestehendes gelehrtes Institut. Der
Sitz desselben wechselt statutenmäßig mit dem Wohnort des jedesmali
gen Präsidenten (1819 in Bonn, 1831 in Breslau, 1858 in Jena,
1862 in Dresden). Durch die v. Cotheniussche Stiftung (s. d.)
und die in neuerer Zeit hinzngekommenen D e mi d o ffschen Preise ist sie
in den Stand gesetzt, wissensehaftliche Preisfragen auszuschreiben, deren
Ergebnisse im Verein mit sonstigen Abhandlungen unter dem Titel
Nova acta herausgegeben werden. Die Akademie erhält namhafte Zu-
schüsie von den Regierungen Preußens, (600 Thlr. jährlich und ebenso
viel als Unterstützung) Oesterreichs und Sachsens. Der zeitige Prä
sident ist Geh. Rath Dr. Earns in Dresden.
Andreas Heinr. Lerche,
Stadtrichter zu Görlitz (t 1788) hatte 1) 4000 Thlr. dem Magistrat
mit der Bestimmung hinterlassen, daß die Zinsen davon alle Jahre in
zwei Hälften an zwei Künstler oder Professionisten, welche nicht unter
Kursächsischer Landeshoheit geboren, sondern Ausländer seien und in
Görlitz sich ansiedelten, an jeden jedoch nur einmal ausgezahlt wür
den. Die Stiftung bezweckte die Aufnahme der Gewerbe in der Stadt,
hat aber jetzt, nachdem Uebergange derletzteru unter Preußische Hoheit und
wegen sonst veränderter Umstände ihren Zweck verloren, und es ist
nicht bekannt, ob und in welchem Sinne der Ertrag noch nach der Be-
stimmnng des Stifters verwendet wird; 2) legirte Lerche der Stadt
6000 Thlr. mit der Bestimmnng, daß die jährlichen Zinsen den
Wirthen, welche ihre in der Stadt oder verschlossenen Vorstadt haben
den Häuser in baulichem Wesen zu unterhalten nicht vermögend, gezahlt
werden sollten. Dabei sollten Wirthe, welche ans einer (damals) leeren
steuerbaren Stelle in der Stadt oder verschloffenen Vorstadt ein neues
Wohngebäude aufzuführen sich entschließen sollten, den Vorzug haben,
die Zinsen von einem Jahre ganz allein zu beziehen.