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und der Englischen Bank die älteste der jetzt bestehenden Banken. Ihre
dermalige Verfassung beruht ans der Bank-Ordnung vom 5. Oktober
1846. Die Bank ist bestimmt, den Geldumlauf des Landes zu beför
dern, Kapitalien nutzbar zu machen, Handel und Gewerbe zu unter
stützen und einer übermäßigen Steigerung des Zinsfußes vorzubeugen.
Sie nimmt Kapitalien von 50 Thlr. und darüber von Privaten gegen
2, von milden Stiftungen gegen 2} und von Vormundschafts-Gerichten
gegen 3 pCt. zinsbar an, diskontirt Tratten auf inländ. Handelsplätze und
leiht auf Unterpfänder in Staats-Papieren, Waaren und edlen Metallen.
Präsident Friese begründete aus einem Gewinn, welcher der Bank
1823 auf einen ihr gehörigen Prämien-Schein zufiel, einen Stipendien-
Fonds von 18,750 Thlr., desien Zinsen zu Stipendien von nicht über
150 Thlr. und nicht unter 100 Thlr. jährlich für hülfsbedürftige Stu
denten, welche auf inländischen Universitäten evang. Theologie studiren,
verwendet werden sollen. Die Bewerber müssen Inländer, bedürftig,
mit dem Abgangszeugnisie unbedingter oder bedingter Tüchtigkeit ver
sehen und schon ein halbes Jahr auf einer inländischen Universität ge
wesen sein. Söhne bedürftiger Bankbeamten sollen bei solcher Ouali-
sikation vorzugsweise berücksichtigt werden. Die Bewilligung geschieht
auf 3 Jahre. Kollatoren sind der Minister der geistlichen Angelegen
heiten und der Chef der Hauptbank. Nicht verwendete Zinsen fließen
zum Zinsenzuwachs-Fonds. Vgl. v. Lamprecht, Civil-Waisenhaus rc.
Preuß. Hagel-Versicherungs-Altien-Gesellschaft zu Berlin.
1864 begründet; Grund-Kapital 750,000 Thlr. Die Gesellschaft be
absichtigt, ausschließlich im volkswirthschaftlichen Jnteresie, und um dem
landwirtschaftlichen Publikum Gelegenheit zu geben, sich auch auf die
sem Gebiete selbstständig zu machen, die Hagel-Versicherung in die Hand
zu nehmen, und läßt die Versicherten an dem Reingewinn partizipiren;
wogegen sic auch bis zur Hälfte ihrer Jahres-Prämie an dem Ver
luste betheiligt sind, wenn die Jahres-Ausgabeu die Jahres-Einnahmen
übersteigen. Direktor der Gesellschaft Fritzschcn; Vorsitzender des
Verwaltungs-Raths Herzog von Ujest.
Preußische Haupt-Bibel-Gesellschaft.
Sie besteht in Berlin seit 1814, bezweckt Ausbreitung der h. Schrift
in und außerhalb des Landes, nach der Uebersetzung, die eine jede Kon
fession angenommen hat, ohne Note oder Anmerkung und erhielt 1836
die Rechte einer moralischen Person. Jeder, der einen jährlichen Bei
trag zahlt, wird Mitglied der Gesellschaft; aus den Mitgliedern wird
ein Ausschuß gewählt, welcher die Angelegenheiten der Gesellschaft be
sorgt. (Vorsitzender Prediger Conard, Schriftführer Major z. D.
Westphal, Magazin und Bureau Klosterstr. 71.) Die letztere zählt
132 Tochter-Gesellschaften, hat eine Jahres-Einnahme von 13—15,000,
und einen Fonds von etwa 10,000 Thlr. Die Gesellschaft erhielt
viele Vermächtnisse und Zuwendungen z. B. von v. Steinäcker,
Wittwe Metze, Wittwe Nowack, Bormann re.