Full text: Schragen der Gilden und Aemter der Stadt Riga bis 1621

Alt-Rigas gewerbliches Leben. 
25 
einem rigischen Kaufmanne gehörte, in England erwähnt’. Hei so 
weit ausgedehnten Verbindungen mochte man von der Überzeugung 
ausgehen, dass für einen dauernd erfolgreichen Absatz nach Aussen 
eine Kontrole der zu verschiffenden Waare unentbehrlich war. 
Sie bot Gewähr für die gleichmässige Güte des Products und den 
Absendern die Hoffnung, die einmal eroberte günstige Stellung 
nicht zu verlieren. Nichts beweist die weite Verbreitung der Ansicht 
von der Richtigkeit dieser Wrake besser, als dass allmählig immer 
mehr Waaren in ihren Bereich hineingezogen wurden. In dem 
Maasse vermuthlich als der Handel mit einzelnen Waaren sich ent 
wickelte, wurde er der Kontrole unterworfen, wie das Beispiel vom 
Plachs und Hanf zeigt. Auch fiscalisch wurde die Wrake bedeutend. 
Oie Aschenwrake ergab 1492 130 Mark*, 1549 aber nicht weniger 
als 13000 Mark und die Teerwrake brachte in dem letztgenannten 
Jahre 3(x) Mark®. Auf die allmählige Ausdehnung der Wrake wird 
fiie Errichtung des Wrackhofes oder Wrackhauses zurückzu 
führen sein, von dem man 1514 zuerst erfährt^. Dieser Wrackhof 
befand sich an der Düna, von der Lastadie durch einen Holzraum 
getrennt, gegenüber einem „Ord toschen beiden bruggen, als man 
nniine den kalvergraveti geit^. 
Dienten alle diese Anstalten der Ausfuhr, so erscheint in einem 
Salzkeller (soltrum) 1542®, in der Nähe der Fleischscharren, eine 
Einfuhr nutzbar gemachte Anlage. Gewiss gab es mehrere 
solcher Keller in der Stadt. 
Oür Handel und Gewerbe gemeinsam, für Gross- und Klein 
handel, waren die Münze, die Waage und die Zollbude bestimmt. 
Oie Münze {de munie, de muni he hove, der sind, eines erbarcn 
yadts muntkusse) befand sich in der Kalkstrasse’ und erstreckte 
Sich nach hinten bis in die jetzige grosse Münzgasse. Als einen 
zeitweiligen Inhaber lernen wir Diderik Meteler, den Jungen, 
Gnnen, der das Gebäude 1498 für 18 Mark jährlich miethet®. An 
seine Stelle trat 1503 Wilm Munter, der 25 Mark jährlich bezahlen 
Höhlbauin, Hansisches Urkb. i, Nr. 1179. 
g Napiersky, Lib. red. Ill, 177. 
Böthführ, Jürgen und Caspar Padels Tagebücher in Mittheilungen a. d. livl. 
,3, S. 333. 
^ Napiersky, Erbeb. II, 286. 
® Napiersky, Erbeb. II, 701, 780. 
Napiersky, Erbeb. II, 879. 
Napiersky, Erbeb. I, 877; II, 39, 54 u. s. w. Lib. red. III, 8. 
® Napiersky, Lib. red. III, 143.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.