Full text: Preußisches Landbuch

vcnüen dazu verwendet werde, der weiblichen Jugend im Stricken, 
Nähen, Flicken und Spinnen Unterricht geben zu lassen. 
Bekleidungs-Stift (Malbisch Arumim). 
Ein bei der jüdischen Gemeinde zu Berlin bestehender sehr alter, seit 
1827 reorganisier Verein zur Versorgung Armer mit Kleidern. Seine 
Einkünfte bestehen in dem siebenten Theile der milden Gaben, welche 
am Grabe eines verstorbenen Glaubensgenossen der jüdischen Gemeinde 
gespendet werden, in einzelnen wiederkehrenden Geldbeiträgen von Ge 
meinde-Gliedern, in Zinsen, in -den der Anstalt übergebenen Kleidungs 
stücken rc. Die Vorsteher werden von den Aeltesten der Judenschaft von 
3 zu 3 Jahren aus der Mitte der Gemeinde gewählt, vertheilen die Ge 
schäfte (Ankauf des rohen Materials, Anfertigung der Kleider rc) unter 
sich und besorgen gemeinschaftlich die Austheilung der Kleidungsstücke, 
welche jährlich zwei Mal, im März und September geschieht; außer 
dieser Zeit werden nur die Bitten kranker Individuen und armer Kin 
der berücksichtigt, welchen letzteren man auch die Ansbefferung der Klei 
dungsstücke besorgt. Das Institut hat in neuerer Zeit mehrere Ver 
mächtnisse erhalten. 
B e l l e r m a u n sche Konfirmauden-Stiftung. 
Seit dem 8. Januar 1836 bei der St. Pauls-Kirche zu Berlin be 
stehend, ist sie von dem Prediger Beller mann durch Herausgabe 
und Verkauf seiner. Antrittöpredigt gegründet. 
B el ler m annsche Stiftung, 
am 8. März 1865 bei Gelegenheit der Feier des 70 sten Geburts 
tages des Dr. Bellermann, Direktors des Berlinischen Gymnasiums 
zum grauen Kloster zu Berlin (s. d.), von Freunden und Verehrern 
desselben mit ppr. 550 Thlr. begründet. 
Belziger Kämmerei-Stipendium. 
Es rührt aus einer alten Stiftung her, betragt 17{ Thlr. und wird 
von dem Magistrat unter Zuziehung des Pastors vergeben. 
Belziger Kirchen-Stipendium. 
Dasselbe beträgt 40 Thlr. uud ist für Söhne der Geistlichen, Lehrer 
und übrigen Einwohner der Stadt Belzig, welche inländische Schulen 
besucht haben und Zeugnisse ihres Fleißes und Wohlverhaltens bei 
bringen, bestimmt. Zur Perception gelangen zuerst die Söhne des 
Superintendenten, dann die des Bürgermeisters, demnächst der Raths 
herren und Lehrer. Es wird auf höchstens 5 Jahre vergeben. Dem 
jedesmaligen Superintendenten und dem Magistrat zu Belzig steht die 
Kollation zu. 
B e n d e m a u n scheö Stipendium, 
gestiftet unter dem 20. Januar 1827 von den Gebrüdern Anton und 
Heinrich Bendemann zu Berlin, landesherrlich bestätigt 26. Februar 
1827. Das Kapital beträgt 2500 Thlr. in Staatsschuldscheinen, von 
deren Zinsen halbjährlich 2 Stipendien zu 20 und eins zu 10 Thlr.
	        
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