Full text: Preußisches Landbuch

620 
theilhaftig werden : a) welche seit 3 Jahren ein producirendcs Gewerbe 
selb>t>tändig betrieben haben und auch ferner sortbetreiben wollen; b) 
welche einen unbescholtenen Lebenswandel geführt und ihre hülflosc 
Lage nicht selbst durch Trägheit, unangemessenen Aufwand, Spielsucht, 
Trunksucht oder andere Laster herbeigeführt haben; c) welche sich nicht 
un Genusse außerordentlicher Unterstützung befinden; d) welche für den 
beantragten Vorschuß entweder ein genügendes Unterpfand oder einen 
sicheren Bürgen stellen können. Der Magistrat ist berechtigt, in allen 
nach seniem Ermessen dazu angethanen Fällen auch Vorschüsse ohne 
Sicherheits-Bestellung zu bewilligen, wenn nach dem persönlichen Cha- 
rakter des Borschnßsnchers und seinen Verhältnissen ein Verlust nicht 
zu befürchten ,st und wenn drei Viertheile der Magistrats-Mitglieder 
dafür stimmen. Die Stiftung hat am 29. Juni 1857 die landesherr 
liche Genehmigung erhallen, wobei jedoch bestimmt ist, daß der stif- 
tnngsgemäß verzinslich ansznleihende Kapital-Fonds die Summe von 
30,000 Thlr. nie überschreiten darf und daß für den Zeitpunkt, wo 
dieser Betrag erreicht sein wird, der kompetenten Staats-Behörde die 
Abänderung der materiellen Bestimmungen der Stiftungs-Urkunde über 
Ansammlung und Verwendung der aufkommenden Zinsen vorbehalten 
bleibt. 
Schmidt sche Stiftung zu Königsberg. 
Von dem obengedachten Dr. Schmidt, Regimentsarzt a. D. zu Kö 
nigsberg i. Pr., mittelst Urkunde vom 5. Oktober 1855 zum Besten 
der Gewerbetreibenden dortiger Stadt errichtet. Die Zinsen eines 
Kapitals von 3000 Thlr. sollen zu zinsfreien Darlehncn an Gewerbe 
treibende (Schanker und Handeltreibende ausgenommen), welche durch 
Unglücksfälle und nicht durch eigene Schuld in Verlegenheit gerathen 
sind, verwendet werden. Von bm zurückgezahlten Vorschüssen soll die 
Hälfte jedesmal zum Kapital gcschlageit werden, bis letzteres die Höhe 
von 50,000 Thlr. erreicht. , fi : -nr • 
Karl Gottsr. Ferd. Schiüidt, 
Kommerzicnrath (+ zu Görlitz 1854), rief schon bei Lebzeiten mehrere 
gemeinnützige Stiftungen ins Leben (s. Gcfindcbelohnungs - Fonds 
Görlitzcr Stiftung zur Gewährung von Darlehnen rc.). Schließlich 
setzte er der Stadt zn einer Anstalt für Blinde 10,000 Thlr., für die 
Anstalt zur Besserung verwahrloster Knaben 2000 Thlr., zu verschie 
denen wohlthätigen Zwecken, namentlich zu einer Stiftung zur Prä- 
miirung treuer Dienstboten und zur Unterstützung verarmter Tuchmacher 
6000 Thlr., zn Schnl-Prämien und resp. zu einem Volksschulfeste 
2000 Thlr. aus; die letztere Summe, indem der Testator, ein Menschen 
freund, schon bei Lebzeiten sich eine Freude daraus gemacht hatte, die 
Zöglinge der Volksschulen zu prämiircn und ihnen jährlich ein Fest zn 
bereiten. 
Mathias Schmidt, 
Rentier zu Köln (f 1843) leg irte der Armen-Schule der Pfarre zu 
St. Aposteln 4000 Thlr., deren Anfall erster später eingetreten ist.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.