Anhang, V.
387
läufige „Lösung“ des Problemes so plausibel erscheinen läßt.
Dieser Widerspruch klärt sich aber ungezwungen auf. So, wie jene
Argumentation der landläufigen „Lösung“ zu unterliegen scheint, ist
sie eben gar nicht nach ihrem richtigen, buchstäblichen Sinn gemeint.
Sie ist dann nur der verschwommene, oberflächlich zu
sammengezogene Ausdruck eines Gedankenganges, der
tatsächlich zu dieser „Lösung“ hindrängt. Dieser Ge
dankengang trägt hier alle Verantwortung; mit seiner Wahrheit steht
und fällt die ganze „Lösung“. Er also wird zu überprüfen
sein. Der Umstand aber, daß er sich zu jener Argumentation gleichsam
komprimieren läßt, dient der „Lösung“ als Rückendeckung. Weil
eben jene Argumentation ihrem Wortlaute nach viel zu einwandsfrei
ist, um sachliche Zweifel aufkommen zu lassen, sind auch von der
«Lösung“ von Haus aus alle Zweifel abgehalten; sie erscheint uns als
schlechthin selbstverständlich. Alle Bedenken, die in uns auftauchen
könnten, zerschellen an der wuchtigen Logik jener Argumentation.
In solcher Weise kann sich ein sachlicher Irrtum, den die „Lösung“
doch nur zu leicht einschließen könnte, angesichts der heiklen Er
wägungen, um die es sich bei ihr handelt, zu einem regulären
Selbstbetrug unseres Denkens steigern, von der allerverführe
rischesten Art
V.
Es kann nicht schwer fallen, jenen entscheidenden^ Ge-
dankengang aufanrollen, der tatsächlich der Losung «nerhegt
Selbst dann nfcht, wenn man ihm das Zngestandm. emer gro,߫en
Schärfe macht, als sie unter diesen eigenartrgen Ve.hal nassen an»
nehmen ist; handelt es sich doch um Gedanken le g e
cu 11 j • WtUrhen Bewußtseins bleiben, während wir
der Schwelle des Wissenschaft] , rfmeinolätze der Erkenntnis emp-
ihre Ergebnisse dann gleich als Gerne p riankenpanpes die
finden. Setzen wir also an den Anfang jenes Ded ^chlechthin
richtige Einsicht, daß zur Geschichte nur das Vernunftwesen schlec t
gehört. An das Ende gehört natürlich die landläufige „Losung aber
auch in der schärferen Form, daß es ausdrücklich den metahistorische
Ergebnissen über den Ursprung der Spezies „ ensc zugesc o en
wird, die Frage nach den realen Ausläufen des historischen Geschehens
^ beantworten. Es erübrigt also nur mehr, die verbindenden
Gedanken festzulegen, in Anlehnung daran, wie man le einsc agige
Verhältnisse landläufig auffaßt. Daraufhin lägen die Dinge etwa