Full text : Preußisches Landbuch

Binceuz-Şpital  zu  Aachen,
eine  um  das  Jahr  1827  begründete,  von  der  Armen-Verwaltung  administrirte
  Anstalt  für  unheilbare  Kranke  im  Kloster  St.  Elisabeth.  Die
Leitung  der  Anstalt  in  ökonomischer  Beziehung  ist  den  geistlichen
Schwestern  dieses  Klosters  anvertraut.  Es'  finden  etwa  40  Personen
Aufnahme.  Das  Haus  hatte  sich  ansehnlicher  Zuwendungen  zu  erfreuen. ­
  Vgl.  Ludwigs,  Thelen  rc.
Vimenz«  und  Elisabetb-Berein  zu  Reinerz.
Besteht  seit  1853,  gründete  eine  Waisen-Anstalt  und  hat  zur  Krankenpflege ­
  drei  barmherzige  Schwestern.
Biucenz-Bereine.
Die  katholischen  Vincenz-Vereine  im  Allgemeinen  sind  (1833)  zuerst  in
Paris  auf  Anregung  von  acht  armen  Studenten  entstanden  »nd  erhielten ­
  den  Namen  der  Gesellschaft  des  heiligen  -  Vincenz  von  Paula.
Zweck  war,  die  Noth  der  leidenden  Brüder  zu  mindern,  dem  armen
verlasicnen  und  verwahrloseten  Volke  auf  dem  Wege  der  rettenden  Liebe
Hülfe  zu  bringen.  Die  Vereine  verbreiteten  sich  bald  auch  in  Deutschland ­
  und  Preußen;  hier  war  namentlich  Graf  Joseph  Stoiber  g  für
dieselben  thätig.  Hervorragend  sind  die  Vereine  in  der  Rhein-Provinz
und  Wcstphalen,  sowie  der  Schlesische  St.  Vinccnz-Vcrein  (Vorsitzender
Kanonikus  Dr.  S  au  er  in  Breslan).  Gegründet  1848.  Der  letztere
Verein  hatte  1863  eine  Einnahme  von  24,000  Thlr.  ;  er  unterstützte
2428  Familien,  verpflegte  313  Waisen  und  überwachte  223  Lehrlinge
und  eine  Kleinkinderhewahr-Anstalt  zu  Breslau.
v.  Binckesche  Provinzlal-Blinden-Anstalt.
Von  den  Standen  zum  bleibenden  Andenken  an  den  früheren  Ober-Präsidenten
  der  Provinz  Wcstphalen  als  eine  Provinzal-Anstalt  in  zwei
Abtheilungen  (die  evangelische  zu  Soest,  die  katholische  zu  Paderborn)
errichtet  und  nach  dem  Reglement  von  31.  Januar  1852  verwaltet.
König  Friedrich  Wilhelm  IV.  bewilligte  zur  ersten  Einrichtung  10,000
Thlr.;  andere  bedeutende  Zuwendungen  kamen  hinzu,  und  die  Stände
zahlen  jährlich  3000  Thlr.,  wovon  1000  Thlr.  znr  Vermehrung  des
Stanim-Kapitals  bestimmt  sind.  In  jeder  der  beiden  Anstalten  bestehen
4  v.  Vinckesche  Freistellen  und  eine  Anzahl  halber  Freistellen,  deren
Verleihung  der  provinzial-ständischen  Kommission  anheimfällt.  .  Die
fpezielle  Leitung  der  Anstalten  erfolgt  durch  die  von  dieser  Kommission
^stellten  Kuratorien,  die  Oberaufsicht  des  Staats  übt  der  Ober-Ņräsident
  aus.
v.  B  iuckesche  Stiftung  zu  Quernhemi  <Herforp).
Die  Aeblissin  v.  Vincke  (ch  1834  zu  Münster)  setzte  dem  Armen-Ñonds
  der  Gemeinde  Quernheim  1000  Thlr.  Gold  aus,  deren  Zinsen
mit  ş  zur  Anschaffung  von  Medicin  für  dürftige  Kranke,  mit  |  dazu
verwendet  werden  sollen,  arme  Knaben  ein  nützliches  Handwerk  lehren
und  arme  Mädchen  im  Stricken  und  Nähen  unterrichten  zu  lasten.
            
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