Full text : Die Zucker-Industrie auf Cuba

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Allein  mit  der  Vermehrung  dieser  verkäuflichen  Waare  kann  leicht
eine  Preisminderung  Hand  in  Hand  gehen,  welche  die  Rentabilität  der
Betriebsanstalt  und  der  Pflanzung  in  Frage  stellt.  In  Deutschland
herrscht  ziemlich  allgemein  die  Ansicht,  daß,  abgesehen  von  vorübergehenden
Conjuncturen,  der  Zuckerpreis  der  letzten  beiden  Jahre  für  die  Folge  ungefähr
beibehalten  werden  wird.  Diesen  Preis  hat  man  nach  den  vorliegenden
Nachrichten  Ursache,  für  einen  hinter  den  durchschnittlichen  Selbstkosten  der
cubanischen  Fabriken  zurückbleibenden  zu  halten.  Weitere  Erfahrungen  und
Ermittelungen  allein  können  den  Nachweis  liefern,  das;  dieser  Preis  in
Zukunft  noch  einen  angemessenen  Ueberschuß  über  die  Selbstkosten  gelvährt.
Andernfalls  müßten  Kapital  und  Kräfte  sich  ein  vorteilhafteres  Feld  für
ihre  Thätigkeit  suchen.  Ob  ein  solches  zu  finden,  läßt  sich  zur  Zeit  nicht
übersehen:  man  sollte  es  aber  nicht  für  unmöglich  halten.
In  den  obigen  Zusammenstellungen  ist  auch  der  übrigen  Natur-Erzeugnisse
  Cuba's  erwähnt  worden.  Müßige  Gelder  und  Kräfte  werden
zunächst  auf  diese  ihr  Augenmerk  richten.  Man  hat  den  Kaffeeban  vernachlässigt. ­
  Die  Zeiteil  haben  sich  inzwischen  geändert.  Kaffee  zahlt  einen
guten  Preis.  Zucker  nicht.  Anbaufähiges  Land  muß  vorhanden  sein  für
diese  Cultur,  da  sie  früher  in  größerem  Umfange  betrieben  worden.  Allem
Anschein  nach  ist  der  Anbau  lveder  sehr  schwierig,  noch  so  kostspielig  lvie
die  Rohrcultur  und  die  Herstellung  des  Zuckers.
Daß  zur  Zeit  auf  Cuba  nicht  soviel  Tabak  erzeugt  wird  als  der
Weltmarkt  verlangt,  geht  schon  aus  der  seltsamen  Art  der  Bezüge  ans
Portorico  hervor.  Ohne  Zweifel  ist  cubanischer  Tabak  eine  leicht  verkäufliche ­
  und  gilt  bezahlte  Waare.  Abgesehen  von  den  zehnjährigen  Unruhen,
welche  den  ausgedehnten  Tabaksbezirken  im  Westen  der  Insel  wenig  geschadet ­
  haben,  sind  die  allgemeinen  Calamitäten  dem  Tabakhandel  vermuthlich ­
  ebenfalls  sehr  nachtheilig  gewesen.  Eine  Ausdehnung  des  Tabaksbaues ­
  lvird  indessen  wesentlich  davon  abhängen,  ob  geeignetes  Land  dafür
vorhanden  ist.  Diese  Frage  läßt  sich  hier  nicht  beantworten.
Alle  Nachrichten  stimmen  darin  überein,  daß  die  Insel  lnit  ihrem
Bedarf  an  Nahrungsmitteln  auf  die  Bezüge  aus  dem  Auslande  angewiesen
sei.  Der  Anbau  von  Reis,  Mais  ulld  anderen  Cerealien  wird  so  gut  wie
gar  nicht  betrieben.  Man  sollte  meinen,  daß  es  in  einem  Lande  lvie  Cuba
an  Feldern  nicht  fehlen  könnte,  die  sich  für  solchen  Anbau  eigilen.  Wenn
uiail  von  ausgedehnten  Sumpfstrecken  an  verschiedenen  Küstenpunkten  liest,
so  liegt  der  Gedailke  llahe,  sie  beispielsweise  für  den  Reisbau  herzurichten.
Wenn  die  Einfuhr  von  Mehl  aus  Amerika  und  Spanien  ein  gewinnbringendes ­
  Geschäft  ist,  so  sollte  man  glauben,  daß  der  Getreidebau  seinen
Nutzen  bringen  müsse.
Zur  Zeit  hat  die  Insel  so  gut  wie  gar  feine  Industrie.  Bei  fortschreitender ­
  Hebung  der  Landwirthschaft  uild  des  Wohlstandes  wird  sich
            
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