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das Bedürfniß Herausstellen, in gewissem Umfange mancherlei selbst zu
erzeugen, was jetzt vom Auslande bezogen wird, ohne daß die Insel gerade
ein Mittelpunkt großartiger Fabrikthätigkeit zii werden brauchte.
Ohnehin hat die Erfahrung der letzten Jahre bewiesen, daß es au
Erzeugnissen des Bergbaues nicht fehlt, welche eine weitere Verarbeitung
verlangen und belohnen. Sind die Eisenerze von San Jago werth, nach
Amerika verschifft zu werden, so liegt es nahe, an ihre Verarbeitung im
Lande selbst zu denken. Vermehrter Eisenbahnbau und vermehrte Fabrikthätig
keit werden dazu wohl Anregung genug geben.
Mit dem Holzreichthum der Insel ist man früher verschwenderisch
genug umgegangen. Indessen scheint das Innere immer noch ansehnliche
Mengen von Cedern, Mahagoni u. dergl. liefern zu können. Wenn bessere
Wege und bessere sonstige Einrichtungen ein systematisches Ausbeuten der
Holzbestände ermöglichen, dürfte auch die Frage aufgeworfen werden, ob
es nicht vortheilhaft sei, statt der rohen oder roh vorgearbeiteten Stäinme
lieber Halbfabrikate zu liefern, welche bessere Preise bringen und die Fracht
leichter tragen.
Die vorstehenden Bemerkungen haben nicht den Ztveck, die Zukunft
der Insel vorauszusagen. Für derartige Weissagungen reicht die Kenntniß
des Landes nicht aus. Sie sollen vielmehr nur einer Vorstellung begegnen,
welche sich vielleicht hier und da eingefnnden oder eingebürgert hat: nämlich
der, daß Cuba nur für die Zucker-Industrie sich eigne und mit deren Ge
deihen stehe oder falle. Gewiß ivird Cuba immer Zucker erzeugen und mit
diesem Erzeugnisse eine Rolle auf dem Weltmärkte spielen. Allein es hat
uicht nöthig, zu seiner Erhaltung einen Verzweifluitgskampf einzugehen,
bei dem es um jeden Preis produzirte, selbst wenn es dabei keinen Nutzen
behielte. Zur Zeit befindet es sich in einem Uebergangsstadium. Hoffent
lich belehren genauere und zuverlässige Nachrichten über die dortigen Zu-
stände so, daß sich ein zutreffendes Urtheil über die Zukunft fassen läßt.