41
gegeben werben, theils wegen Heimsuchung durch die Insurgenten, theils
wegen ber hohen Contribution«.'!!; in Folge dessen sei die Zahl der Pflan
zungen seit Beginn des Ausstandes ans die Hülste zurückgegangen. AuS
Matanzas wurde für daS Jahr 1879 mitgetheilt: dag die Zahl der in,
Betriebe befindlichen Pflanzungen sich ans 1200 vermindert habe, und >iir
das Jahr 1880: es hatten davon nur 1100 gearbeitet. In dem Consulat»,
beriehte für 1880 wird die Zahl der Pflanzungen in Cuba überhaupt auf
1200 angegeben, und in demjenigen auS den, Fahre 1884 wird bemerkt:
schon seit zwei Jahren habe die Zahl der Pflanzungen um SO Proeent ab
genommen und sei von rund 1400 ans 1100 gefallen; in, Bezirke von
Puerto principe habe der Anbau fast ganz aufgehört, tin Bezir c von ali
Jago sehr stark gelitten, lind in dem von 'S. Clara erheblich abgenommen,
während er sich i», Westen der Insel besser gehalten habe. Aus neuester
Zeit lauten die Mittheilungen wieder etwas hoffnungsvoller: nach franzo-
sischen Fachblättern hätte man 1880 fast überall neue Felder für den Rohr
ban bestimmt; andern Nachrichten znsolge soll es jetzt Nicht an Lenten fehlen,
welche bereit sind, die verlassenen Pflanzungen z» erwerben ober zu über
nehmen; das Vertrauen kehre zurück und eine Vermehrung bez. Vergrotzerung
der Zuckerpflanzungen stehe in Aussicht. Immerhin s,„d derartige Mit
theilungen mit Vorsicht aufzunehmen. &ic stehen „nt manchen anderen
Erscheinungen, z. B. bezüglich des Geldverkehrs und der Arbeiterverhaltmsse,
nicht im Einklänge. Jedenfalls ist ihre Tragiveite nicht zu ermessen, so
lange man nicht genauere Kennt,list von dem Umsange und der Cn'schassen-
heit der Pflanzungen hat. Die oben erwähnten sind, abgesehen von ihren,
ungenügenden Inhalte, nicht einmal unter sich übereinstimmend. Es ,,t
schwer zu glauben, das, die Zahl in den 12 Jahren bis 1858 „ch i,m
270 Pflanzungen vermehrt haben sollte, noch schwerer, das; sie m weiteren
12 Jahren, bis 1868, im Osten allein sich ans 1000 mehr belaufen haben
' 0Uh "®nä Zuckerrohr gehört zu der botanischen Familie der Gräser.
Abgesehen von seinem Vorkommen im südlichen Europa, wo es schwerlich
zu einer eoncurrenzjähigen Cultnrpflanze sich entwickeln wird, gedeiht es
nur in den Trvpengegenden. Das gemeine Zuckerrohr, saccharumofficinale,
soll dasjenige sein, welches ursprünglich von Asien her seme Wanderung
nach Westen angetreten hat. Angeblich wäre auch dieses, von den Lpamern
caña criolla genannt, von Ansang an ans Cuba gebaut worden, bl» vor
100 Jahren durch Forster und Cook das Otaheitische Rohr, die cana de
Otaheiti, mitgebracht worden sei. Dieses soll dann wegen seines größeren
Sastreichthnms das andere schnell verdrängt haben. Man hat neuerlich
verschiedene Sorten von Zuckerrohr mit Namen bezeichnet, welche - wie
z.B. bengaleuse, taiteuse etc. - anscheinend dem Herkunftsort entnommen
sind, deren Verschiedenheit aber vor einer wissenschaftlichen Kritik kaum