Object: Wirtschaft als Leben

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,Vom Wirtschaftsleben und seiner Theorie 1 
IV. 
Wie hängt nun das lebenstheoretische, das Denken in Gebilden, 
mit der Nationalökonomie zusammen ? Meine Beispiele haben zum 
Glück die Verbindung mit der Nationalökonomie aufrechterhalten und 
so den Eindruck abgewehrt, als ginge die Fahrt nach Wölkenkuckucks 
heim. Und wie man sich zu einem Denken in Gebilden praktisch 
durchringen kann, das lehrt die Tatsachenforschung, mindestens in 
ihren reifsten Werken, deren Inhalt uns gerade daraufhin so lebens 
innig anmutet. Zu der Einstellung jedoch auf Wirtschaft als Leben, 
womit zugleich das Denken in Gebilden in Kraft tritt, dazu führt nun 
auch die erkenntniskritische Selbstbesinnung unseres Faches! Denn 
sie belehrt nicht nur, wie es roh anzudeuten war, über Erkenntnisstoff 
und Erkenntnisziel dieser Disziplin, sie erschließt auch deren Grund 
problem, und auf dessen Inhalt führt jene Einstellung unmittelbar 
zurück. Das soll sich zeigen. Aber von hier ab kann ich aus einem 
streng geschlossenen Gedankengang, der bei der erkenntniskritischen 
Selbstbesinnung des nationalökonomischen Denkens abrollt, bloß die 
letzten Ergebnisse auslösen; die zwingende Schlußfolge selber muß ich 
unterdrücken, das würde viel zu weit führen. Es trifft sich günstig, 
daß gerade diese letzten Folgerungen von recht einleuchtender Natur sind. 
Wie lautet das nationalökonomische Grundproblem? Es ist von 
zwei Vorstellungen getragen, die sich mithin als die richtigen Grund 
vorstellungen unseres fachlichen Denkens aufspielen, im Zustand seiner 
schon errungenen Selbstbesonnenheit. Von der einen war das Nötigste 
schon zu sagen; das ist jene Vorstellung von der Gestaltung mensch 
lichen Zusammenlebens, womit unser fachliches Denken schon zu 
lebenstheoretischem Stil verpflichtet erscheint. Die andere Grundvor 
stellung ist die vom sozusagen wirtschaftsfüllenden Spiele zwischen 
Bedarf und Deckung. Auch das sind mir keine bloßen Worte, 
vom Alltag als Richtschnur des Denkens übernommen, so daß dieses 
so tanzen müßte, wie jene pfeifen. Auch das sind nur die sprachnot- 
wendigen Namen für unabhängig von ihnen erarbeitete Theoreme. An 
letzter Stelle unterliegt hier die Einsicht in eines der Grundverhältnisse 
alles menschlichen Zusammenlebens, in jenes, das ich die Lebensnot 
genannt habe. Das ist der grundsätzliche Widerspruch, damit gegeben, 
daß alles Wollen als solches unbeschränkt, alles Können stets begrenzt 
ist. Dieses Grundverhältnis zwingt nun schon dem praktischen Handeln 
eine Erwägung auf. Man darf sie vom Platz weg die ökonomisch- 
pragmatische Erwägung nennen, denn nachweislich läßt sich ihr
	        
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