Full text : Die Zucker-Industrie auf Cuba

58

115  000  D.-Ctr.)  gemacht  haben  und  rechne  für  die  nächste  Campagne  auf
ehm  20000  gay.  wirb  behauptet,  ba&  sülche  ^aMeii  ernes)  in  ber
vorjährigen  Ernte  trotz  der  niedrigen  Preise  mit  Gewinn  gearbeitet  haben;
gutes  Wetter  und  vervollkommnete  Maschinen  trügen  hauptsächlich  dazu
bei.  Uebereinstimmend  hiermit  wird  in  dein  Berichte  vom  31.  März  1887
Ķer  die  Magnoliastation  erwähnt:  die  größte  Centralfabrik  Cuba's  stelle
täglich  175  bis  200000  #.  Zucker  her,  ivas  bei  fünfmonatlicher  Arbeit
ohne  Unterbrechung  ans  130-  150  000  D.-Ctr.  herauskäme,  und  daß  diese
Fabrik  auch  bei  „jetzigen"  Preisen  noch  Gewinn  mache.
.  DK  Frage  wird  allerdings  sein,  wie  diese  Centralfabriken  ihren
Rohstoff,  das  Rohr,  bezahlen.  Dies  scheint  nicht  durchweg  in  gleicher
Weise,  namentlich  nicht  überall  im  Gelde  zu  geschehen.  Bei  dem  großen
Mangel  an  baaren  Mitteln  in  den  letzten  zehn  Jahren  ist  es  erklärlich,
daß  man  die  Rohrlieferanten  auf  andere  Weise  zu  befriedigen  suchte  und
so  scheint  es,  zum  Theil  wenigstens,  noch  jetzt  geblieben  zu  sein.  Aus
Matanzas  wird  noch  im  Jahre  1887  berichtet,  daß  die  Pflanzer  daselbst
zwar  nicht  mehr  selbst  ihr  Rohr  verarbeiten,  sondern  es  den  benachbarten
Central-Ingenios  liefern  wollen,  daß  jedoch  diese  nur  2  dollars  dafür
bieten  und  es  überhaupt  vorziehen,  3'/%  bis  4  arrobas  Zucker  für
100  arrobas  Rohr  zu  geben.  Ebenso  wurde  aus  Havana  im  Jahre  1886
mitgetheilt,  daß  die  Pflanzer  für  100  arrobas  Rohr  4  arrobas  Zucker  erhielten, ­
  dessen  Geldwerth  sich  bei  einem  Preise  von  5  realen  ans  2  '/%  dollars,
bet  einem  Preise  von  6  realen  auf  3  dollars  berechne.  Dagegen  heißt  es
in  einem  französischen  Berichte  aus  dem  Jahre  1885:  daß  eine  Anzahl
von  Centralfabriken  das  Rohr  je  nach  den  Zuckerpreisen  verschieden  bezahlen;
bei  einem  Preise  von  54,35  fr.  für  96  er  Waare  zahle  man  für  1000  kg
Rohr  21,73  fr.  (also  für  den  Centner  87  Pfg.),  bei  48,90  fr.  nur  19,65  fr.
und  so  weiter  abgestuft  bis  zum  Zuckerpreise  von  32.60  fr.  und  einem
Rohrpreise  von  13,04  fr.  (etwa  52  Pfg.);  wenn  der  Preis  unter  32  fr.
finfe,  werde  eine  besondere  Abrede  getroffen;  zur  Zeit  sei  der  Zuckerpreis
28,52  fr.  und  man  zahle  für  das  Rohr  10,87  fr.,  das  wären  für  1  Ctr.
Zu  50  kg  nur  43  '/%  Pfg.,  ein  überaus  niedriger  Preis,  dessen  Richtigkeit
sich  wohl  anzweifeln  läßt,  besonders  meint  man  erwägt,  daß  für  den
Fabrikanten  17,65  fr.  übrig  bleiben,  und  bei  dem  höchsten  Zuckerpreise
32,62  fr.  Der  Bericht  über  die  Magnoliastation  vom  31.  Mürz  1887,
dessen  Verfasser  Cuba  selbst  besucht  hat,  giebt  bezüglich  der  Central-Ingenio
Constantia  an:  sie  kaufe  ihr  Rohr  von  Colonisten  und  unabhängigen
Pflanzern  zu  einem  Preise,  der  sich  nach  dem  monatlichen  Durchschnittspreise ­
  des  Zuckers  richte;  die  Verträge  würden  für  mehrere
Jahre  abgeschlossen;  sie  enthalten  auch  Bestimmungen  darüber,  daß  die
Dichtigkeit  des  Saftes  nicht  unter  einen  gewissen  Grad  sinken  dürfe,
widrigenfalls  die  Fabrik  einen  Abzug  am  Preise  machen  dürfe;  auch  über
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.