Object: Die wirtschaftliche Zukunft des Ostens

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Xahre 1386 ein Mationalitätenjtaat, in weildem Deut[dHe, Litauer, 
Zetten, Eliten, Weikrujfen und Ruthenen neben den eigentliden Polen 
:zinen nicht unerhebliden Anteil an der Gejamtbevölferung nehmen. 
Deswegen und weil dur Übergang zum Wahlfönigtum Polen 
nad) diefer Yagiellonijdhen Epoche in feiner inneren Kraft und äußeren 
Widerftandsfähigkeit ge[Hwäcdt wird, tritt in einer vierten territorialen 
Periode (1572—1772) zunächlt ein Stilljtand, dann ein Abbrödeln 
des zu groß gewordenen Beligltandes und fcehlieklid ein rapider Zerfall 
infolge der drei Teilungen (1772, 1793, 1795) ein. Nody unter dem 
lebten König Stanislaus Augujt (1764—1795), ijt Polen rund 
740000 akm groB, allo immer nod) falt anderthalb mal fo groß wie 
DeutidHland. 
Uın Schluffe diejer Teilungen Polens fieht fig RNukland, dem 
die ganzen 5Sftliden Gebiete des ehemaligen polni[d-litauijhen Reis 
zufallen (475000 akm), der Flädhe nad am reidhjten bedacht. OÖlter- 
rei hat Galizien und das Land nördliH davon bis zur Pilica (Neu- 
Galizien), zufammen 117000 qkm erhalten. Preußen ijt in den Beliß 
von ganz Bofen und Weltpreuken gefommen und erhält dazu nodh die 
Gebiete des fogenannten Neu-Oltpreuken und SüdpreuHen, zujammen 
zinen Zuwachs von 148000 agkm. Freilid währt diejer Zujtand 
nit lange. Bereits im Yahre 1807 erridhtet Napolkeon auf den 
Trümmern des ehemaligen Polenreides das Großherzogtum Warjcdhau 
(102000 qkm), das er dann 1809 durch Hinzufügen der Sfterreichij hen 
und galizijdgen Gebietsteile füdlidH der Pilica bis zur Weicdhjel auf 
154000 akm erweitert. 1815 entiteht daraus dur den Wiener Kon- 
greBß das fogenannte Kongreß-Polen (rund 127000 qkm), weldhes 
on RMußland zwar anfangs als autonomes Königreidh prokflamiert 
»ird und eine eigene DVerfajjung erhält, aber infolge wiederholter 
Aufjtände (1830, 1863) feine Sonderrechte verliert und 1867 voll: 
tändig mit dem Ruffiidhen Reiche verjdhmolzen wird. 
Die großen Gejdhehnifje des Weltkrieges (1914— 1918) haben eine 
neue tiefein|dhneidende Wendung in der Gejhidhte Polens herbeigeführt. 
Nachdem bereits am 5. November 1916 namens der deut/hHen und Siter- 
reichi[dhen Regierungen die Prokflamierung eines Jelbjtändigen polni[den 
Staates in den Grenzen des bisherigen KongreH-BPolens erfolgt war, 
ift dur) den Frieden zu Verfailles die Wnerkennung der Unabhängigkeit 
des zukünftigen gejamtpolnijden Staates, der nidt nur Kongrek-Polen, 
iondern audj die übrigen „von unbeftreitbar polnijdHer Bevölferung be: 
wohnten Gebiete“ umfaljen fol, ausgefproden und befdlojfen worden. 
Polen tritt nunmehr als unabhängiger, felbitändiger Staat in die 
Reihe der europäilchen Mäcte. 
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