Full text : Die Zucker-Industrie auf Cuba

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halben  Arbeitsdauer  wiesen  in  21  Tagen  einen  Kohlenverbrauch  vor:
436  338  //.  nach,  also  durchschnittlich  per  Tag  20  778  //.  Von  dein  Zeitpunkte ­
  ab,  an  welchem  die  Feuer  angezündet  wurden,  bis  zur  gänzlichen
Beendigung  der  Arbeiten  verliefen  45  Tage  und  der  gesammte  Kohlenverbrauch ­
  betrug  danach  935  010  #.;  die  Gesammtmenge  des  während  der
Zeit  hergestellten  Zuckers  belief  sich  auf  1  159  768  //;  es  kamen  also  auf
je  1000  //.  Zucker  906  //.  oder  4,42  Kohlen.  Darunter  ist  diejenige  Kohlenmenge ­
  nicht  inbegriffen,  welche  zur  Wiederbelebung  des  char  verwendet
werden  mußte.  Der  Berichterstatter  bemerkt  schließlich,  die  Anstalt  würde
wohl  ganz  ohne  Kohlen  arbeiten  können,  wenn  gewisse  Einrichtungen
getroffen  und  Vorbedingungen  erfüllt  würden.
Diese  Mittheilungen  beweisen  wenigstens  so  viel,  daß  man  ernstlich
bemüht  ist,  für  eine  vervollkommnete  Art  der  Bagassefeuerung  zu  sorgen,
und  daß  man  mit  seinen  Bemühungen  auch  schon  praktische  Erfolge  erreicht
hat,  selbst  wenn  letztere  nicht  so  glänzend  sein  sollten,  wie  die  vorgedachten
Berichte  sie  schildern.  Fabriken,  welche  mit  Diffusion  arbeiten,  haben  versucht, ­
  die  Bagasse  abzupressen  und  die  Rückstände  in  Form  von  Ziegeln
oder  dergl.  zu  verbrennen.  Es  wird  sich  sehr  fragen,  ob  diese  Fabriken
sich  der  neuerfundenen  Oefen  mit  gleicher  Leichtigkeit  und  Wirkung  bedienen ­
  können,  wie  die  mit  der  Mühle  arbeitenden.
Hiernach  kommt  neben  der  Bagasse  für  den  Fabrikbesitzer  nur  die
Kohle  in  Betracht.
Auf  der  Insel  Cuba  selbst  findet  sich  Kohle  ebensowenig,  mie  auf  den  übrigen ­
  Antillen  oder  auf  den  benachbarten  Küsten  Mexicos  und  Mittel-Amerikas.
Neuerdings  beginnt  man  auf  Cuba  den  Bergbau  lvieder  aufzunehmen  und
die  Regierung  wendet  ihm  mancherlei  Begünstigungen  zu.  Die  Ausfuhr
an  Erzen  und  Metallen  jeder  Art  ist  zollfrei;  der  Gruben-  und  Hüttenbetrieb ­
  wird  weder  mit  Contributionen  noch  mit  anderen  Abgaben  belastet;
das  Material  für  denselben  wurde  im  Jahre  1883  für  fünf  Jahre  vom
Eingangszolle  befreit  und  zahlten  per  Tonne  Rauminhalt  die  Schiffe,
welche  damit  beladen  eingingen,  nur  1,30  pesos  Schiffahrts-  und  Hafenabgaben, ­
  Ballastschiffe,  welche  mit  Eisenerz  ausgingen,  sogar  nur  5  cents
per  Tonne.  Ferner  haben  die  Eisen-  und  Brennstoffgruben  den  Canon  vom
Grunde  und  Boden  nicht  zu  entrichten,  und  ebensowenig  die  von  Rohprodukten ­
  sonst  erhobene  Steuer  von  3  Procent.  Endlich  darf  sogar  fremde
Steinkohle  zuili  Verbrauch  im  Bergbau  und  Hüttenbetriebe  unter  Nachweis
der  Verwendung  vom  Eingangszolle  entlastet  werden.  Diese  letztere  Vergünstigung ­
  beweist  zugleich,  daß  es  durchaus  an  Gruben  mangelt,  welche
Brennstoffe  —  insbesondere  Kohlen  —  in  irgend  nennenswerther  Menge
und  Güte  zu  Tage  förderten,  da  sie  nicht  einmal  für  den  eignen  bergmännischen ­
  Bedarf  ausreichen.  Die  Frage,  ob  dergleichen  im  Verlauf  der
Zeit  werden  gefunden  werden,  ist  zwar  schwer  zu  beantworten,  um  so
            
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