Full text : Die Zucker-Industrie auf Cuba

90

so  nus  Trinidad  de  Cuba  auf  monatlich  10  bis  13  dollars  (40  bis  52  Mark)
neben  der  Kost;  aus  der  Havana  8  bis  10  dollars  (32  bis  40  Mark)  gegen
17  bis  20  dollars  im  Jahre  vorher;  beim  Abschluß  mit  einer  Arbeitercompagnie ­
  seien  für  beit  Mann  10  bis  14  pesos  (40  bis  56  Mark)  verabredet
außer  der  Nahrung,  die  man  ans  etwa  6  pesos  für  den  Monat  schätze.
In  Trinidad  hatte  1885  der  Lohn  zwischen  12  bis  18  dollars  geschwankt:
dort  soll  angeblich  der  Lohn  überhaupt  etwas  billiger  sein,  als  anderwärts,
weil  in  der  Umgegend  mehr  Leute  vorhanden,  die  ans  Nebenverdienst  angewiesen ­
  sind.  Dagegen  theilte  Havana  weekly  report  aus  April  1886  mit,
es  sei  immer  noch  Klage  über  Mangel  an  tüchtigen  Arbeitern  und  überhöhe ­
  Löhne;  in  San  Jago  de  ,  Cuba  sollen  1886  wieder  wegen  Arbeitermangels
  während  der  Ernte  bis  zu  4  M.  täglich  (also  30  dollars  monatlich) ­
  gezahlt  worden  sein.  Ein  französisches  Fachblatt  meldete  im  December ­
  1886,  es  werde  viel  über  die  Hohe  der  Arbeitslöhne  gestritten:  während
Einige  meinten,  nicht  über  12  dollars  Gold  (48  Mark)  hinausgehen  zu
können,  wollten  Andere  bei  den  dermaligen  Zuckerpreisen  bis  zu  20  dollars
(80  Mark)  bewilligen.  Schließlich  möge  noch  einer  Erklärung  gedacht
werden,  welche  die  cubanischen  Pflanzer  1886  dem  Gouverneur  auf  dessen
Anfrage  abgegeben  haben.  Darin  heißt  es:  der  thatsächliche  Arbeitslohn
belaufe  sich  jetzt  —  im  August  1886  —  je  nach  der  Gegend  außer  der
Nahrung  ans  15  bis  25  dollars  (60  bis  100  Mark)  monatlich,  jedoch  während ­
  der  Ernte  ans  25  bis  40  dollars  (100  bis  160  Mark);  die  sofortige
Freilassung  der  noch  vorhandenen  25000  Sklaven  und  Patrvnirten  werde
ans  die  Zustände  der  Insel  ohne  Einfluß  bleiben;  die  Zahl  der  beim  Feldbau ­
  beschäftigten  Arbeiter  vertheile  sich  ans  45  000  Weiße,  30000  Chinesen
und  125000  Neger,  zusammen  auf  200000  Kopfe;  zur  Aufrechterhaltung
der  Produktionsfähigkeit  der  Insel  sei  erforderlich  die  Einführung  sofort
von  100000  weißen  Arbeitern,  später  von  noch  400000  solchen  oder  in
Ermangelung  der  Weißen,  von  Chinesen  und  Arbeitern  von  Manila.  Aus
dieser  Erklärung  leuchtet  der  Wunsch  der  Pflanzer  nach  einem  Ueberfluß
an  Arbeitskräften  und  billigen  Löhnen  hervor:  zur  besseren  Empfehlung
ihrer  Wünsche  mögen  sie  die  derzeitigen  Verhältnisse  etwas  grell  gefärbt
haben.  Die  gesammte  Zahl  der  Chinesen  wurde  für  1877  auf  14618,  für
1884  auf  43  811  Köpfe  nachgewiesen;  wenn  jetzt  nur  30000  angenommen
werden,  so  steht  das  mit  der  Darlegung  über  die  Einführung  von  Chinesen
im  Einklänge.  Ob  die  Zahl  von  45000  weißen  Feldarbeitern  richtig  gegriffen ­
  ist,  läßt  sich  bezweifeln.  JnNnerhin  darf  man  in  der  Erklärung
eine  Bestätigung  der  Behauptung  finderl,  daß  es  an  Feldarbeitern  wirklich
mangelt,  und  ein  Anerkenntnis;  dafür,  daß  diesem  Mangel  nur  schwer
abzuhelfen  ist,  wenn  inan  nur  auf  China  und  Manila  verweist.
Beim  Ueberblick  über  diese  Nachrichten  gewinnt  es  den  Anschein,  als
ob  die  Arbeitslöhne  an  sich  nicht  vor:  so  erschreckender  Höhe  seien,  daß  sie
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.