Full text : Die Zucker-Industrie auf Cuba

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stattgefunden  haben  sollte.  Für  das  Jahr  1884  ist  einem  Bericht  die  nachfolgende ­
  Aufstellung  zu  entnehmen:
Spanier  u.  Andere
Weiße.
4021
439
2820
1  763
94
1  495

Havana
Pinar  del  Rio.  .  .
Matanzas  .  .  .  .
Santa  Clara  .  .  .
Puerto  Principe  .  .
San  Jago  de  Cuba  L
zusammen:

Cubaner.
307740
125989
138  544
206613
57  335
141  771
977992

Chinesen.
10190
2558
19  442
10918
263
440

10  632

43  811

Farbige.
113  945
53218
122315
102103
11  553
86115
489  249'

Summa.
435896
182204
283121
321397
69245
229821
1521684

Aus  Matanzas  wurde  bereits  für  das  Jahr  1884  berichtet,  das;  die
Verordnung  wegen  Beseitigung  der  Sklaverei  am  8.  Mai  1880  veröffentlicht ­
  und  seither  streng  gehaudhabt  wäre:  in  Folge  dessen  nehme
die  Menge  der  verpflichteten  Arbeitskräfte  mit  jedem  Monat  ab.  Ein
englischer  Bericht  aus  Havana  vom  Jahre  1886  findet  die  Klagen  über
Arbeitermangel  übertrieben,  weil  man  die  letzte  Ernte  von  700000  tons
ohne  Schwierigkeit  eingebracht  habe;  auch  seien  im  laufenden  Jahre  nicht
weniger  als  45%  Weiße  auf  den  Feldern  wie  in  den  Fabriken  beschäftigt
gewesen,  woraus  folge,  daß  die  schwarzen  Arbeiter  keineswegs  unentbehrlich
seien.  Allein  anderen  Nachrichten  zufolge  sind  nur  wenige  Weiße  beim
Landbau,  und  namentlich  in  den  Pflanzungen  beschäftigt;  in  solchem  Falle
erhalten  sie  gleichen  Lohn  und  gleiche  Verpflegung  wie  die  Neger.  Vielfach ­
  wird  bezeugt,  daß  sie  in  beit  Küstenstrichen  das  Klima  nicht  vertragen
und  die  Arbeit  auf  die  Dauer  nicht  zu  leisten  vermögen.  Die  Mehrzahl
verdient  sich  ihr  Brot  in  den  Städten  als  Cigarrenmacher,  Maurer,  Zimmerleute, ­
  Fischer,  Kutscher,  Tagelöhner.  Ihre  Löhne  sind  sehr  verschieden.
Cigarreumacher  werden  nach  der  Stückzahl  bez.  nach  der  Größe  der  Cigarren
gelöhnt,  und  ihr  Verdienst  kaun  täglich  auf  2  bis  2'/%  doll,  sich  stellen.
Maurer  und  Zimmerleute  verdienen  täglich  3  bis  3'/*  doll.  Kaufmannsdiener ­
  erhalten  anfangs  12  doll.,  in  Vertrauensposten  40  doll,  monatlich;
Kutscher  12  bis  20  doll.  Als  Gesinde  dienen  faß  ausschließlich  Farbige;
eine  Köchin  erhält  20  bis  25  doll,  Hausmädchen  18  bis  20,  Wäscherinnen
25  bis  35  doll,  monatlich.  Hausdiener  sind  in  der  Regel  geborene  Spanier
und  erhalten  34  bis  40  doll.  Gold  monatlich:  die  andern  Angaben  verstehen ­
  sich  in  Papiergeld.  Aus  den  vorbemerkteuZahlen  kann  mau  einen
Rückschluß  machen  auf  den  Werth  des  Lohnes  für  Feldarbeiter,  der  ohne
Hinblick  auf  solche  Verhültnißzahleu  als  ein  sehr  reichlicher  erscheinen  könnte.
Der  bisherige  Tagelohu  auf  den  Pflanzungen  hat  zu  verschiedenen
Zeiten  und  in  den  verschiedenen  Landestheilen  sehr  geschwankt.  Während
und  nach  der  Insurrection  war  er  im  Centrum  und  im  Osten  der  Insel
besonders  hoch,  weil  gerade  dort  der  Aufstand  am  meisten  ivüthete.
            
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