Full text : Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus

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von  einem  normalen  Typus  eine  wichtige  Wahrheit  zu  Grunde
liegt,  80  ist  die  Vorstellungsart  Quesnays  doch  etwas  ganz
Anderes.  Er  machte  sich  von  der  menschlichen  Natur  gleichsam
  einen  JLuszug,  indeni  er  die  ihin  gpit  scheimmden  Eigcnischaften
  als  Ausgangspunkt  der  Naturgesetze  der  Gesellschaft
gelten  Hess,  alles  Uehrige  aber  auf  Rechnung  der  Missstande
und  künstlichen  Verkehrtheiten  setzte.  Er  hatte  keine  Ahnung
davon,  dass  er  auf  diese  Weise  die  Natur  halbirte  und  mit  der
einen  Hälfte  in  der  Hand  ganz  willkürliche  Voraussetzungen
machte.  Trotz  alledem  hat  aber  seine  Art,  das  Spiel  der  ökonomisclmn
  ITorgaaige  sils  eine  TfaturluindlurMg  auikuhu386]i,  deri
Vortheil  gehabt,  wenn  auch  in  verbaltnissmässig  roher  und
schiefer  Form,  für  eine  Anschauungsweise  zu  arbeiten,  deren
feinere  und  vollkommen  zutreffende  Gestaltung  uns  noch  gegenwärtig ­

  beschäftigt.  -
Um  die  Caricatur,  die  bei  einer  Einseitigkeit  niemals
zu  fehlen  pflegt,  nicht  zu  vergessen,  sei  an  ein  Wort  erinnert,
welches  Catharina  II  in  Folge  einer  Unterredung  mit  dem  Physiokraten
  Mercier  de  La  Rivière  an  Voltaire  richtete.  Jener

Jünger  Quesnays  war  ausdrücklich  nach  Russland  berufen
worden,  um  bei  der  Gesetzgebung  Dienste  zu  leisten.  In  Folge
einer  Zufälligkeit  kam  es  jedoch  nur  zu  kurzen  Erklärungen
gegenüber  der  Kaiserin,  deren  Fragen  mit  der  Hinweisung  au
die  Naturgesetze  beantwortet  wurden.  Der  naive  Verzicht  aut
Alles,  was  sich  nicht  schon  von  Natur  mache,  veranlasste  sie,
sich  über  den  Genannten  in  einem  Brief  dahin  zu  äussern,  derselbe ­
  habe  geglaubt,  man  ginge  bei  ihr  auf  allen
er  habe  sich  sehr  höflich  hinbemüht,  ihnen  dort  au  le  in
füsse  zu  helfen.  ^
In  einer  andern  Biohtung  liessen  es  die  Anhänger  Quesnays
  an  Selbrtcaricaturen  in  Form  wunderlicher  Schriften  nicht
fohlen,  ohne  dasa  man  jedoch  darauf  scbliessen  dürfte,  derartige
Bücher  waren  ohne  grosseres  Publicum  geblieben  Im  Gegentheil
  erlreute  sich  grade  einer  der  vertraktesten  Schreiber  dieser
Gattung  eines  nicht  geringen  Beifalls.  Es  ist  dies  der  Marquis
Mirabeau,  der  Vater  des  in  der  allgemeinen  Geschichte  bekannten ­
  bestechlichen  Redevirtuosen.  Von  allen  seinen  -"mtschic  -
tigon  Werken  ist  der  Curiosität  wegen  nur  die  zweite  Ballte
des  6.  Bandes  seines  „Amides  hommes"  zu  erwähnen,  in  w^
Cher  er  17(10  eine  eigne  Darstellung  und  Erklärung  des  Tableau
            
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