Full text : Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus

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einer  Anzahl  von  kleinen  Abhandlungen  philosophisch  zu  beleuchten. ­
  In  der  That  hat  Hume  mit  seinen  ökonomischen
Essays  seinem  Freunde  Adam  Smith  erheblich  vorgearbeitet.
Käme  es  nur  auf  die  Würdigung  der  Feinheit  des  Denkens  und
der  durchsichtigen  Klarheit  des  Ausdrucks  an,  so  würde  jener
Philosoph  einen  weit  höheren  Rang  in  Anspruch  nehmen  können, ­
  als  man  in  Rücksicht  auf  Talent  und  auf  Weite  der  Bildung ­
  demjenigen  zugestehen  kann,  der  als  der  Verfasser  des
Völkerreichthums  später  der  Ausgangspunkt  für  die  gesummte
moderne  Oekonomie  werden  sollte.  Hume  hat  der  subtileren
Philosophie  einen  neuen  Weg  eröffnet;  er  ist  es  gewesen,  durch
dessen  Schriften  ein  Kant  noch  im  reiferen  Alter  aus  seinem
Schlummer  geweckt  und  in  die  veränderte  Richtung  getrieben
wurde,  in  welcher  er  nun  dem  tieferen  Denken  seine  besten
Dienste  leistete.  Hume  steht  aber  auch  übrigens  im  ganzen
Bereich  der  neusten  Philosophie  als  diejenige  Persönlichkeit
da,  welche  durch  ihre  vorstandesmässige  Haltung  und  ihr  ebenso
vorsichtiges  als  charaktervolles  Auftreten  gegen  die  Vorurtheile
einzig  ausgezeichnet  ist  und  in  der  praktischen  Behandlung
des  Lebens  in  wesentlichen  Richtungen  vor  einem  Kant  sehr
viel  voraus  hat.  Der  Schottische  Philosoph  vertrat  im  Leben
und  im  Sterben  jene  Freiheit  und  Vorurtheilslosigkeit  der
Gesinnung,  deren  Abwesenheit  sogar  eine  sonst  geniale  Kraft
verunziert  und  die  Möglichkeit  der  vollen  Sympathie  aufhebt.
Der  Denker,  der  den  Menschen  wirklich  etwas  sein  soll,  darf
nicht  blos  im  Wissen,  sondern  muss  auch  im  Wollen  und  in
seiner  Auffassung  und  Behandlung  des  Lebens  dauernde  Sympathie ­
  erregen  können.  Hume  gehörte  nun  zu  dieser  Art  von
Philosophen  und  erinnert  hiedurch  einigermaassen  an  die  Unabhängigkeit ­
  mancher  Erscheinungen  des  Alterthums.
Wenn  ein  solcher  Geist  auch  die  wirthschaftlichen  Fragen
zum  Gegenstände  seiner  Untersuchungen  macht,  so  muss  er
hiedurch  für  die  Wissenschaft  mehr  leisten,  als  ganze  Literaturmassen, ­
  die  blos  von  der  Routine  und  dem  beengten  Geschäftssinn ­
  ausgegangen  sind.  Was  ein  Jahrhundert  lang  über  Handel
und  Geld  oder  über  besondere  Themata  geschrieben  worden
war,  hatte  sich  vornehmlich  in  der  praktischen  Sphäre  gehalten
und  war  nirgend  sonderlich  über  die  Schranken  des  gewöhnlichen ­
  Denkens  hinausgekommen.  Die  noch  am  meisten
wissenschaftlichen  Anregungen  waren  durch  die  Petty  und  Locke
            
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