Full text : Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

Wesen  und  Bedeutung.

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sagen  immer  bereit  sind,  die  Wirtschaftlichkeit  zu  verbessern,  während  andere
Wirtschafter  erst  durch  besondere  Vorkommnisse  (Gewinnrückgang,  Unterliegen
im  Wettbewerb)  auf  diese  oder  jene  Unwirtschaftlichkeit  aufmerksam  werden,  die
dann  für  sie  die  große  Überraschung  bildet.  Ein  —-  besonders  früher  —  in  einem
solchen  Fall  angewendetes  Mittel  zur  Feststellung  des  Wirtschaftlichkeitsgrades
(besser:  der  schleichenden  Unwirtschaftlichkeit)  ist  die  Heranziehung  von  Mitarbeitern ­
  aus  Wettbewerbsbetrieben,  die  vielleicht  bessere  Methoden  für  dies
oder  jenes  mit  bringen  —  natürlich  ein  unvollkommenes  und  häufig  versagendes
Mittel.
Die  Bedeutung  der  Wirtschaftlichkeit  im  Betriebe  (Betriebs-Wirtschaftlichkeit) ­
  und  ebenso  die  Schwierigkeit  ihrer  jeweiligen  Feststellung  und  Vervollkommnung ­
  haben  mit  der  Entwicklung  zum  Großbetrieb  beträchtlich  zugenommen.  Im
Kleinbetrieb  finden  sich  gewöhnlich  einfache  Arbeitsvorgänge  oder  eine  leicht  zu
übersehende  Arbeitsteilung;  der  Wirtschafter  als  Unternehmer,  Betriebsleiter  und
Betriebsführer  in  einer  Person  kennt  den  Betrieb  in  seinen  Einzelheiten;  er  ist
meistens  in  der  Lage,  aus  eigener  Sachverständigkeit  zu  entscheiden  und  dem
Gedanken  der  Wirtschaftlichkeit  entsprechend  Rechnung  zu  tragen.  In  Wirklichkeit ­
  tritt  freilich  auch  leicht  der  Nachteil  ein,  daß  ein  solch  viel  besohäftiger  Mann
sein  besonderes  Steckenpferd  reitet  und  anderes  Wichtiges  vernachlässigt.
Im  Großbetrieb  reißt  die  Arbeitsteilung  die  Arbeitsvorgänge  in  schwer  übersehbare ­
  Einzelteile  auseinander;  Abteilungen  oder  Teilbetriebe  schieben  sich  mit
neuer  Arbeit  und  eigener  Organisation  in  die  geteilten  Arbeitsvorgänge  ein;  neuartige ­
  Befugnisse  und  eigenartige  Verbindungen  zu  den  einzelnen  Teilen  entstehen.
Kurz:  es  wird,  im  ganzen  gesehen,  nicht  nur  leicht  die  Wirtschaftlichkeit  des
Betriebes  gefährdet,  sondern  ebenso  schwierig,  den  Wirtschaftlichkeitsgrad  zu  erkennen, ­
  mit  dem  der  Betrieb,  die  einzelne  Abteilung  oder  der  einzelne  Vorgang
arbeitet.  Nimmt  man  dazu  noch  den  Druck  vom  Markt  her,  der  die  Wirtschaftsbetriebe ­
  zwingt,  sich  den  Preisen  anzupassen,  und  die  Forderung  des  Staates,  die
Leistungsfähigkeit  der  Betriebe  zu  steigern,  dann  wird  klar,  daß  der  Frage  der
Betriebs-Wirtschaftlichkeit  die  größte  Bedeutung  zukommen  muß.  Und  es  ist
heute,  wie  auf  so  manchen  Gebieten  der  Kunst  des  Wirtschaftsbetriebes,  an  Stelle
des  gelegentlichen  Versuchens  auch  hier  die  wissenschaftliche  Klärung  getreten.
Die  Frage  liegt  nahe:  gibt  es  einen  Maßstab,  mit  dem  wir  die  Betriebs-Wirtschaftlichkeit ­
  oder  den  Grad  ihrer  Verwirklichung  messen  und  dadurch  ihr  Bestehen ­
  erkennen  und  beurteilen  können  ?  Eine  solche  Frage  liegt  deshalb  nahe,
weil  der  Wirtschaftsbetrieb  in  seiner  Erscheinungsform  der  kapitalistischen  Unternehmung ­
  über  ein  recht  brauchbares  Meßwerkzeug  verfügt,  um  die  Wirtschaftlichkeit ­
  der  Unternehmung  festzustellen  und  zu  beurteilen;  den  Gewinn,  der  in  der
Kapitalrechnung  mit  Hilfe  der  Buchhaltung  und  der  Bilanz  ermittelt  wird.  Daß
dieser  (Bilanz-)  Gewinn  nicht  ohne  weiteres  auch  als  Maßstab  für  die  Betriebs-Wirtschaftlichkeit
  verwendet  werden  kann,  ist  wiederholt  dargelegt  worden.  Doch
auf  diese  Feststellung  kommt  es  hier  nicht  an.  Die  Frage  ist:  ob  es  nicht  ein
ebenso  eindeutiges  und  einheitliches  Meßwerkzeug  für  die  Betriebs-Wirtschaftlichkeit ­
  gibt  oder  geschaffen  werden  kann  (wobei  wir  natürlich  nicht  übersehen  wollen,
daß  auch  beim  Gewinn  überdies  noch  eine  gewisse  Sachverständigkeit  auf  seiten
des  Beurteilers  vorhanden  sein  muß,  wenn  er  als  Meßwerkzeug  für  die  Kapitalrechnung ­
  richtig  gehandhabt  werden  soll).
Nach  den  Überlegungen,  die  wir  in  1—3  dieses  Abschnittes  angestellt  haben,
kann  die  Antwort  nicht  mehr  zweifelhaft  sein;  ein  solch  eindeutiger  Maßstab  für
die  Beurteilung  der  Betriebs-Wirtschaftlichkeit  ist  nicht  vorhanden  und  es  kann
ihn  nicht  geben.  Um  die  Wirtschaftlichkeit  einer  der  unzähligen  Vorgänge,  der  verschieden ­
  gestalteten  Teilbetriebe  oder  der  unterschiedlichen  Gesamtbetriebe  in
            
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