Full text: Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus

127 — 
danken ohne den geringsten Abzug und ohne irgend welche 
Einschränkung als leitendes Princip aller durch ihn denkbar 
werdenden Anschauungen zur Geltung zu bringen. 
Halten wir letzteres Yerhältniss als dasjenige fest, welches 
für die mehr oder minder zufälligen Aeusserungen fundamen 
taler Principien maassgebend ist, so werden wir uns in der 
Bedeutung der Humeschen Ideen nicht leicht irren. Wir wer 
den sie weder überschätzen noch unterschätzen. Ausserdem 
werden wir aber auch für die spätere Zeit bis zu den jüngsten 
Erscheinungen hin an den verschiedenen Gestaltungen jenes 
Verhältnisses ein Merkmal besitzen, die grössere oder geringere 
Folgerichtigkeit der Ideenkreise zu erkennen. 
3. Schon in der früheren Geschichte haben wir die Vor 
stellungen über das Geld als diejenigen erkannt, in denen der 
Mangel durchgreifender Gonsequenz alle Ideen mehr oder min 
der haltungslos werden Hess. Es sei nur an Boisguillebert und 
an Law erinnert. Grade da, wo man das Geld, ganz abgesehen 
von der Rolle der edlen Metalle begreifen wollte, machte man 
die schlimmsten Fehler. Die Meinung, dass die blosse Ueber- 
einkunft der Grund des Geldwerthes sei, — dieser Irrthum, der 
schon im classischen Alterthum classisch vertreten ist und jeden 
falls so alt sein muss, wie überhaupt das Denken der Menschen 
über den fraglichen Gegenstand, — findet sich nun allerdings auch 
bei Hume und ist diesem Denker sogar noch als ein Vorzug 
angerechnet worden, bis die neuste kritische Oekonomie die 
Hinfälligkeit solcher Ansichten blosstellte. Allein neben dem 
Ausdruck dieses Irrthums hat der Schottische Denker denn 
doch auch soviel zutreffende Anschauungen über das Geld ent 
wickelt, dass man ihm Unrecht thut, wenn man jene verfehlte 
Idee aus dem Zusammenhang entfernt, in welchem sie sich 
selbst einigermaassen einschränkt und gar nicht die gänzlich 
falsche Rolle spielt, die ihr in ihrer späteren Isolirung zuge 
fallen ist. Nicht Hume, sondern diejenigen, welche aus ihm 
nur entnahmen, was ihren Lieblingsirrthümern entsprach, tragen 
die Schuld, dass die Bilder, die man sich von der fraglichen 
Geldtheorie gemacht hat, so viele falsche Züge enthalten und 
die besten Bestandtheile gar nicht wiedergeben. 
Um jedoch mit dem Grundirrthum zu beginnen, so sagt 
Humo in der Abhandlung über den Zins, das Geld habe nur 
einen erdichteten (fictitious) Werth, der von der Uebereinkunft
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.